Zeitungkrise – Krisenzeitung

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Manchmal holt die Realität uns ein. Was gestern noch absurd war, ist heute schon zu spät.

Vor bald einmal 10 Jahren wollte mir die Telefonistin einer Schweizer Tageszeitung ein Abonnement andrehen. Ich lehnte ab mit der Begründung: Wenn ich schon über 300.00 pro Jahr bezahlen soll, so will ich keine Werbung sehen. Ausserdem: Ich will meine Zeitung online lesen. Ich mag kein Papier erhalten, welche ich nach dem Lesen eines Bruchteils des Textes in die Papiersammlung geben muss. Ich möchte wählen, welche Teile einer Zeitung ich erhalte; Sport interessiert mich nicht, Stellenmarkt und Partnervermittlung ebenfalls nicht. “Ja, Sie, das können Sie vergessen, das will niemand!” war ihre belehrende Antwort.

Ihr könnt drei Mal raten: Ich habe nicht abonniert.

Ich würde wirklich eine Onlinezeitung gegen Bezahlung abonnieren, aber ich will den Inhalt bestimmen! Geht nicht? Und warum geht es denn sogar beim Fernsehen …

Mein Vorschlag geht noch weiter: Ich möchte wählen können, wieviel Werbung ich mit dieser Zeitung beziehe – Diese Werbung muss sich auf die Kosten der Online-Zeitung auswirken.

Und nun höre ich in den Nachrichten, dass die Zeitungen ein Problem haben, dass die Werbung im Internet weniger einbringt, als gedruckte Werbung. Ja, hallo? Kann es sein, dass ihr etwas falsch gemacht habt? Wenn ich Werbung machen will, überlege ich mir, wie viele Menschen diese Werbung sehen. Bei gedruckten Medien weiss ich, wie viele gedruckt wurden; ich weiss aber nicht, wie viele das Inserat wirklich gesehen haben, oder gar darauf reagieren. Internetwerbung ist berechenbar und rückverfolgbar! In einer Onlinezeitung kann ich Werbung dem Leser entsprechend einblenden und sehe, ob und wie er reagiert! Und warum um alles in der Welt gebt Ihr diese Werbung so billig ab? Es wäre sogar möglich Werbung für Alkohol und Tabak zu machen, weil ich diese Werbung mitbestellen könnte und somit meine Zeitung billiger würde! So würden die Millionen Werbebudgets solcher Firmen wieder in die Wirtschaft und nicht in den Verwaltungsrat fliessen.

Natürlich fliesst das Geld eines Verwaltungsrates irgendwie in die Wirtschaft ein; wenn sich so jemand ein neues Auto kauft zum Beispiel. Allerdings: Man könnte mit 100 000.00 auch ein Jahr lang eine Stelle bei der Zeitung sichern, würde das Geld in die Werbung investiert.

Aber eigentlich ist es ja nicht meine Aufgabe, über die Zukunft von Zeitungen nachzudenken … dafür gibt es schlauere Menschen. Bloss weil ich vor 10 Jahren mal eine Idee hatte, Konsument bin, bin ich nicht qualifiziert dafür …

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