Vincents neues Leben

‘Wie schnell man sich an eine neue Umgebung gewöhnen kann’, dachte Vincent und war ein wenig stolz auf sich selbst. Er lebte noch keine Woche hier und schon hatte er sich an den Tagesablauf gewöhnt. Kaum durchdrang das erste Licht die Höhle, so eilten die ersten seiner Mitbewohner zum Eingang. Vincent hatte aber herausgefunden, dass er sich gar nicht beeilen musste. Er kannte den beissenden Rauch bereits, welcher von aussen hereinkam und in der finsteren Tiefe verschwand. Er ging gemächlich, dem kleinen Bach entlang. Jetzt, wo das Licht in die Höhle eindrang, konnte man ihn gut erkennen und die Gefahr, darin weggespült zu werden, war um einiges kleiner.

Endlich hatte er seine bevorzugte Stelle gefunden, eine kleine Lücke, in welche er sich setzen konnte. Wenige Augenblicke später trafen auch seine Freunde dort ein und gemeinsam warteten sie auf den Kaffee und das Frühstück. Heute gab es Brötchen und Fruchtsaft. Die Freunde sprachen über den kommenden Tag und planten einen Ausflug auf die andere Seite der Höhle. Nachdem der Kaffee endlich serviert wurde, blieb ihnen nicht mehr viel Zeit. Gemeinsam verliessen sie ihre Lücke und verkrochen sich in ein kleines Loch weiter hinten.

 

Gerade rechtzeitig. Wie gewöhnlich drang der weisse Schaum in die Höhle und wie jeden Tag riss er einige von Vincent’s Mitbewohnern mit. Meistens traf es die Unerfahrenen, die Neuen. Vincent war froh, schnell Freunde gefunden zu haben, welche ihm die sicheren Stellen zeigten und die Gefahren kannten. Das Leben als Karies ist nicht einfach. Aber das hat auch niemand behauptet …   

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