Veto von der Weko

Lesezeit: < 1

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Die Telecomanbieter Sunrise und Orange möchten heiraten. Um zusammen mächtiger zu werden. Zusammen wären sie auf einen Marktanteil von 40% gekommen. Anders als im Ausland ist: Die restlichen 60% hat Swisscom fest in der Hand.

Nun wurden die beiden Heiratswilligen zurückgepfiffen. Marktbeherrschende Stellung, kein Wettbewerb, so die Begründung der schweizerischen Wettbewerbskommission (Weko).

Fakt ist heute:

 

In kaum einem Land bezahlt man höhere Mobilfunkgebühren als in der Schweiz!

Die Angebote der 3 Anbieter unterscheiden sich kaum!

Die Preise riechen aus meiner Sicht nach Absprache. Und ob sich nun 2 oder 3 Parteien absprechen, spielt absolut keine Rolle. Die werden sich nicht auf die Füsse treten und die vom Verkehrsminister erwartete Preissenkung wird später (wenn überhaupt) eintreffen, als der Rücktritt ebendessen.

Warum gibt es eigentlich nur 3 Anbieter in der Schweiz?

Weil nicht mehr Lizenzen vergeben werden! Im Sommer 2000 wurden 4 Lizenzen für UMTS zur Versteigerung angeboten. Drei davon wurden von Swisscom, Sunrise und Orange ersteigert. Merken sie etwas? Wie soll ein Wettbewerb entstehen, wenn es mehr Pokale als Mitspieler gibt?

Egal … ich kann’s nicht ändern …

Apropos: Ich höre oft von Firmenheirat, aber nie von Firmenscheidung?! Manche Firmenteile werden verkauft, aber praktisch nie “alleine” gelassen. Wäre das nicht auch ein Modell für die Gesellschaft? Partner verkaufen statt sich scheiden lassen? Oder würde sich dann auch eine Kommission bei der Heirat einmischen? Oder gar der Bundesrat? Ich seh’s kommen: Plötzlich haben wir mehr Beamte als Bürger … mehr Häuptlinge als Krieger … und die Handyrechnung immer noch nicht billiger …

Weitere Infos über den Mobilfunkmarkt Schweiz gibt es hier: Wapedia

Print Friendly, PDF & Email

2 Kommentare

  • Janine

    Der Beamtenstatus ist in der Schweiz seit 2004 aufgehoben…. ;-)

  • Und was würde es bringen, wenn es mehr Lizenzen gäbe. Es ist sehr teuer, ein Netz aufzubauen und diese Kosten müssen am Schluss die Kunden bezahlen. Besser wäre, wenn die Anbieter ihre Netze den anderen Anbietern zu regulierten Preisen zur Verfügung zu stellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.