Versteigerung

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Früher, als ich noch jung war (vor etwa 5 Jahren … ok, 10 …), war vieles anders. Handys hatten wir noch nicht, Computer nur wenige. Abfall, Uraltes, Unbrauchbares oder Kaputtes haben wir einfach weggeworfen. Getragene Unterwäsche haben wir gewaschen und nochmal getragen. Und heute? Internet sei Dank: Wir können es verkaufen!

Fahrräder neu kaufen? Sicher nicht, die werden ja bloss am Bahnhof geklaut; da ersteigert man sich lieber ein gebrauchtes bei Ebay oder Ricardo.

Und wenn ich nun ein Krimineller wäre und ein Fahrrad geklaut hätte? Früher musste ich einen Händler finden, welchem die Herkunft meines Verkaufsobjektes egal war. Heute stelle ich es ins Internet, zahle eine Gebühr für’s einstellen, eine Provision für den Verkauf. Der Käufer zahlt die Versandkosten und den Preis. Schon bemerkt? Da verdienen einige mit … aber ich würde mein geklautes Fahrrad wieder los. Und irgend jemand, dem das Gefährt geklaut wurde, kauft ein Anderes. So läuft der Markt.

Die Sache mit der getragenen Unterwäsche lässt mich nicht los. Da ich Waschtage hasse und doch recht viel Unterwäsche zusammenkommt, wäre eine Versteigerung doch eine tolle Lösung. Geld verdienen statt waschen …

 

Ich versuch’s: Webseite aufgerufen, angemeldet. Verkaufen, neuer Artikel. Unterhose getragen. Zustand: Gebraucht. Grösse: L. Farbe: Schwarz. Stil: Boxer. Material: Ich bin ein Mann! Unterhosen sind aus Stoff … gibt es aber nicht zur Auswahl.

Bild hochladen … ok, muss ich erst eines machen. Schon mal versucht, eine schwarze Unterhose mit einer Handykamera zu fotografieren? Also; anziehen und vor den Spiegel … naja, kein gutes Bild, aber immerhin. Man sieht die Wäsche.

Galeriebild gegen Aufpreis … lass ich weg.

Startpreis: 15.00 (soviel kosten die Neuen im Supermarkt)

Versandkosten: keine Ahnung … ich wähle 3.00

Siehe da: Ihr Angebot wurde erfolgreich Eingestellt!

Nun warte ich …  drei Tage – kein Angebot …  Preis runter, 1.00 Startgebot … weitere 2 Tage … nichts …

Ok, also doch waschen …

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