Vergleichen

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Warum ist die Menschheit bloss so blöd, alles zu vergleichen? Ein bisschen kann ich es ja verstehen: Woher will man wissen, was etwas Wert ist, wenn man es nicht an einem anderen Objekt vergleichen kann; zum Beispiel zwei Äpfel. Wenn man zwei verschiedene Äpfel hat, so isst man die und weiss, welcher einem besser schmeckt und ist somit bereit, für den einen etwas mehr zu bezahlen als für den Anderen.

Soweit so gut; aber wieso müssen junge Mütter ihre Kinder vergleichen? Wie oft höre ich im Laden zwei Windelträgerschieberinnen darüber diskutieren, was ihr Balg bereits kann und was noch nicht. Ich glaube, das ist eine Spirale! Durch das Hervorheben der Vorteile des eigenen Kindes wird es aufgewertet – und das Gegenkind abgewertet. Das wiederum führt die Mutter des Wertloseren dazu, nachzudenken, ob ihr Kind vielleicht etwas zurückgeblieben sei … und im Gegenzug steigert sie die Vorteile des eigenen Nachwuchses zur Abwertung des vormals Besseren … Sie merken es bestimmt schon: Dieses Verhalten ist völlig sinnlos! Keines der Kinder ist besser oder schlechter, aber eben verschieden. Manche Äpfel haben eine grüne Schale, andere eine Rote … manche mögen lieber die Grünen, manche die Roten, ein Apfel bleibt es trotzdem … Da fällt mir eine Parallele zur Politik ein … ich mag keine Äpfel, auch nicht, wenn sie braun sind …

Vergleichen ist wie Krieg: Gewinnen kann keiner … aber jeder fühlt sich schlechter. Stattdessen plädiere ich für Akzeptanz und Toleranz! Wenn das Kind mit 12 Monaten noch nicht gehen kann, so ist es vielleicht schlauer, als das andere; es lässt sich schieben und tragen, statt sich selber anzustrengen! Das Kind, welches mit zwei Jahren nicht sprechen kann, ist vielleicht das intelligentere: Es spricht nur, wenn es etwas zu sagen hat … (viele Erwachsene würden lieber etwas länger schweigen!)

Verglichen wird ja immer und überall: Preise, Fähigkeiten, Grössen, Gewicht, Schönheit …

Ich werde auch immer verglichen! Gerade kürzlich hat mich jemand mit Albert Einstein verglichen! Glauben Sie nicht? Doch, eine Kundin hat zu mir gesagt: „Also ein Albert Einstein sind sie nicht gerade …!“

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