Urlaub

Lesezeit: 2 Minuten

Irgendwann braucht jeder etwas Urlaub; abschalten, nichts müssen, am Morgen ausschlafen … auch ich! Ich hatte meine Ferien lange geplant. Das heisst in meinem Fall: Ich hatte mir vorgenommen, im Sommer zwei Wochen nicht zu arbeiten. Ich wusste bereits Anfang Jahr, wann die Mitarbeiterinnen Urlaub planten; also legte ich meine zwei Wochen auf Ende Juni. Und wie ich eben manchmal plane (dauert ja noch ewig, bis es soweit ist), kam es dazu, dass ich am Mittwoch vor meinem geplanten Urlaub langsam Aushilfspersonal suchte. Wenigstens die Stunden, in welchen ich im Laden arbeitete, sollten überbrückt werden. Die ersten beiden Studentinnen konnten nicht; die Dritte hat am Freitagabend zurückgerufen, dass sie kommen könne, ab Mittwoch. Immerhin, ich hatte ja nichts gebucht, also konnte ich auch erst ab Mittwoch Urlaub machen, kein Problem. Mittwochmorgen, herrlich, ausschlafen … bis es um sieben Uhr an der Türe klingelte. Ich wollte nicht wissen, wer das war. Ich schloss meine Augen noch einmal, bis um halb acht die Baumaschinen vor dem haus ihre Arbeit begannen. Dieser Tag war gelaufen, bevor er begonnen hatte. Am Donnerstag wieder Baumaschinen und um halb neun der Briefträger. So konnte es nicht gehen! Ich musste weg, aber am Freitag musste ich in den Grossmarkt, Ware einkaufen und in den Laden bringen. Also, so dachte ich, gemütliches Wochenende zuhause. Wissen sie, wann mein Nachbar den Rasen mäht? Samstags; um halb acht … aber nicht am Abend! Ich stopfte mit Watte in die Ohren und verkroch mich unter dem Kopfkissen. Als ich wieder erwachte, regnete es und es war halb drei. Am Sonntag endlich Ruhe, Dauerregen, meine erste Urlaubswoche war durch. Wissen Sie, wie man den Tag nennt, wenn es zwei Tage geregnet hat und es nun wieder schön ist? Richtig: Montag! Die Bauarbeiten hatten wieder pünktlich begonnen, ich packte meine Tasche und setzte mich ins Auto; ich fuhr bei schönstem Sonnenschein Richtung Tessin. Ohne anzuhalten fuhr ich gegen Süden, Gotthardtunnel, Airolo … inzwischen hatte es Wolken gegeben … und mehr Autos … jedenfalls hatte ich Bellinzona noch nicht erreicht, als ich im Stau stand und es zu Regnen begann; immerhin war der Regen etwas wärmer als am Vortag zuhause. Gegen Abend hatte ich ein Zimmer gefunden und der Regen liess nach; um am nächsten Morgen noch kräftiger zu fallen. Ich fuhr Richtung Graubünden, sah Schnee (frischen) und deshalb fuhr ich durch bis nach Chur. Nicht, dass es dort etwas zu sehen gäbe, nein, ich war nur zu Müde zum weiterfahren. Also übernachtete ich dort. Am Mittwoch musste ich an eine Informationsveranstaltung in Luzern. Während der Veranstaltung rief mich meine Studentin an, sie habe etwas übersehen und müsse Donnerstag und Freitag an die Uni. Natürlich habe ich ab Donnerstag wieder gearbeitet, und musste feststellen: Es ist fast weniger anstrengend zu Arbeiten, als Urlaub zu machen. Die nächsten Ferien würde ich jedenfalls besser planen, aber bis dahin dauert es ja noch ewig …

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.