Traumweekend

Ich finde, wer hart arbeitet, sollte ich gelegentlich etwas leisten. Einen Traum erfüllen … und welcher Mann träumt nicht davon, endlich mal einen Ferrari zu fahren?

Jedenfalls konnte ich das Piepsen des Weckers an jenem Sonntagmorgen fast nicht erwarten. Der Testarossa stand nun schon die ganze Nacht in meiner Garage und die 390 Pferdchen wollten losgelassen werden. Ja sicher: alleine vom Mietpreis für dieses Wochenende könnte ich den Corsa für über 10 000 km betanken … und auch sonst war ein Vergleich zwischen dem Ferrari und einem Opel Corsa beachtlich: Mehr als 20 Opel könnte man für den Preis eines einzelnen Italieners kaufen und der Verbrauch ist dreimal so hoch, dafür bietet der Ferrari weniger Platz … die teuerste Art, unbequem von A nach B zu kommen …

Aber in einem Punkt ist der Ferrari haushoch überlegen: Er ist einfach beeindruckend!

Und das ideale Fahrzeug um Frauen abzuschleppen – dachte ich. Aber aus meinem Testwochenende ziehe ich folgendes Fazit: Frauen unter 30 interessieren sich nicht für Ferraris. Frauen zwischen 30 und 40 würden niemals in einen Ferrari einsteigen, weil sie denken, der Fahrer sei ein Zuhälter. Frauen zwischen 40 und 50, welche sich für Ferraris interessieren, haben bereits einen Bekannten zum Mitfahren … und Frauen über 50 mit Ferrari-Interesse haben bereits einen geerbt und lassen den jungen Liebhaber damit fahren …

Nun, ich musste den Testarossa also alleine geniessen … Nach ein paar Kilometern konnte ich sogar schalten, ohne dass das Getriebe sich zu verabschieden drohte und es war höchste Zeit, mich mal in der Stadt zu zeigen. Mir waren die hohen Bordsteine noch nie so aufgefallen – ich musste höllisch aufpassen, die Seitenschweller nicht abzukratzen. Und so kam es, dass ich das Fahrverbot übersah … Die hübsche Politesse (etwa 35 Jahre alt) hatte kein Verständnis und mitfahren wollte sie schon gar nicht … Naja, ich wieder raus aus der Stadt, auf die Autobahn … junge BMW-Fahrer an der Stossstange hängend … aber nur kurz. Ich drückte aufs Pedal und schaltete in den sechsten Gang … hinter mir war keiner mehr, dafür blitzte es von vorne gewaltig …

Sechs Monate später sollte ich meinen Ausweis wieder zurück bekommen …

Und wieder piepste der Wecker … ich wachte schweissgebadet auf … Nie zuvor war ich so froh, nur geträumt zu haben …

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