Totsch

Wer mich kennt, weiss, wie sehr ich die Sprache  liebe. Und Dialekte. Und manchmal, als Berner in Zürich, denke ich über einzelne Worte nach. Heute zum Beispiel “Totsch”.

Grund dafür war das junge Mädchen im Zug.

Sie setzte sich mit einem Kollegen auf die Treppe im Zug, obwohl es noch freie Sitzplätze gehabt hätte. Nun, das kann man so machen und dadurch anderen Leuten den Platz lassen. Etwas weniger schlau wird die Aktion, wenn man weiß, dass sie ihre große Handtasche neben sich hinstellte und somit den Durchgang für alle anderen Passagiere stark erschwerte.

Deshalb beobachtete ich sie etwas genauer und hörte ihrem Gespräch zu.

Sie klagte ihrem Begleiter: “Es scheißt mich so an, nach Hause zu gehen, mir ist so langweilig daheim!” Und schließlich jammerte sie über den Stress in der Schule. Gerade heute habe sie drei Prüfungen vergeigt und vor den Ferien stünden noch sechs weitere bevor. Und weiter erzählte sie, dass sie die Hausaufgaben jeweils im Zug auf dem Weg zur Schule bei Freunden abschreiben müsse.

Totsch!

Für alle, die es noch nicht erkannt haben: “Totsch” bedeutet in Berndeutsch: einfältiges, weibliches Wesen!

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