Stoffwechsel

Von Zeit zu Zeit macht man sich Gedanken über belanglose Dinge wie „Mein Leben und ich“ oder „Ich muss mich verändern, ich weiss auch wie und was, aber ich mag nicht“. Und auch wenn man sich keine Neujahrsvorsätze nimmt, so erinnert jeder Sonnenstrahl daran, dass irgendwann die Zeit der dicken Pullis vorbei sein wird. Und der Blick in den Spiegel weckt die Sehnsucht nach einem unendlichen Winter. Diese Sehnsucht verfliegt bei mir allerdings sehr schnell. Spätestens beim Öffnen der Fenster zwecks Raumluftauffrischung.

Es führt kein Weg daran vorbei: Der Winterspeck muss weg!

Der Zeitpunkt ist ideal; die Zeitschriften sind voll mit Diäten und Gewichtsreduktionsprogrammen.

Eigentlich ist mir bewusst, dass eine Diät alleine nichts bringt. Aber die sportliche Betätigung … naja, wenn ich jedes mal 100 Kalorien verlieren würde, wenn ich denke, ich sollte jetzt ins Fitnesscenter, dann wäre ich wohl unterernährt.

Dieses mal aber packe ich es! Versprochen!

Gut, dieses mal ist jetzt schon einen Monat her … aber immerhin habe ich bereits mehrere Dutzend Zeitschriften gelesen.

 

Wenn man etwas realisieren will, muss man einen Plan haben. Schriftlich und detailiert. Deshalb habe ich mich darangesetzt und die Rahmenbedingungen festgelegt.

Punkt 1: Ausgewogen

Punkt 2: Gesund

Punkt 3: Kein Hungern

Punkt 4: Lecker

 

Ich habe mir meine Mahlzeiten für eine Woche aufgeschrieben. Frühstück, Zwischenverpflegung, Mittagessen, Dessert, Snack, Abendessen.

 

Gleich vorweg: mein Stoffwechsel war noch nie so aktiv wie jetzt gerade!

Und so habe ich das ganze umgesetzt:

 

Frühstück: Wenn man dem Körper keine Nahrung gibt, stellt er sich auf Ressourcenschonung ein. Der Stoffwechsel wird nicht aktiviert. Wenn man nun aber ausgiebig und kalorienreich frühstückt, beginnt der Stoffwechsel zu laufen und verbrennt mehr. Deshalb frühstücke ich nun möglichst fettreich. Nutella auf Butterbrot, dazu Aufschnitt und Käse.

 

Zwischenverpflegung: Weil der Körper nicht weiss, wie lange es bis zum Mittagessen dauert, kann es geschehen, dass der Stoffwechsel abbremst, sobald keine Energie mehr zugeführt wird. Diesen Zustand vermeide ich mit durch den Verzehr von Schokolade. Die Glückshormone galoppieren und der Stoffwechsel ebenfalls.

 

Mittagessen: In einer Zeitschrift habe ich gelesen, dass man das Mittagessen gar nicht umstellen muss, wenn man sich an den Rest der Diät hält. Ich finde das sehr praktisch! Dadurch kommt der Genuss nicht zu kurz und ich muss bei der Menüwahl im Restaurant keine Abstriche machen. Der Stoffwechsel bleibt motiviert und ich auch.

 

Dessert: Die Nachspeise ist eine der wichtigsten Mahlzeiten überhaupt und für Punkt 4 unerlässlich. Ich habe mich für eine Fruchtdiät entschieden. Fruchteis. Oder Früchtetorte. Mit Sahne. Sie wissen schon – wegen dem Stoffwechsel!

 

Zwischenmahlzeit: Der Nachmittag ist die schwierigste Phase des Diät-Tages. Da schwöre ich auf Mahlzeitenersatzdrinks. Mit Wasser angerührt schmecken sie mir nicht – mit kalter Milch und einem Schuss Sahne geht’s. Und für die Optik eignen sich Schokowürfel. Auf der Dose des Drinks habe ich nebenbei einen Druckfehler gefunden: 0.25 Liter = eine Mahlzeit. Ich habe es aber bemerkt und korrigiert. 2.5 Liter sollte es sicher heissen …

Um dem Stoffwechsel zu helfen, gönne ich mir ein spätnachmittägliches Stück Schwarzwäldertorte. Ich habe übrigens in keiner einzigen Zeitschrift gelesen, dass man Torte meiden soll!

 

Abendessen: In einer Illustrierten habe ich gelesen, dass man Abends alles essen kann. Ausser Kohlenhydrate. Daran halte ich mich exakt. Steak mit Kräuterbutter, Pommes und Salat. Und in einer Diät wurde beschrieben, dass Eiweiss die Zellen öffnet, um während der Nacht bei ruhendem Stoffwechsel Fett zu verbrauchen. Gut. 5 Spiegeleier sollten dafür reichen.

Das Problem nach einem ausgiebigen Abendessen ist, dass man schlecht einschlafen kann. Deshalb habe ich begonnen, eine weitere Diät einfliessen zu lassen. Die Whisky-Diät.

Der Plan dieser Diät ist, nur Whisky zu sich zu nehmen. Vom Morgen bis zum Abend. Und dafür auf feste Nahrung zu verzichten. Das funktioniert ganz gut – wichtig ist dabei nur, dass man  bereits zum Frühstück mit einer ausreichenden Menge beginnt. Am besten so, dass man den Tag verschläft.

Ich habe für mich den Teil vom Morgen auf den Abend verlegt und schlafe trotz vollem Magen herrlich bis zum Frühstück durch.

 Wie die Diät wirkt?

 Naja, wie soll ich es sagen?

Alle 4 Punkte sind erfüllt! Ich kann essen, was ich will. Ich hungere nicht. Ich geniesse. Gesund ist es zweifellos.

Und wie gesagt, mein Stoffwechsel ist hervorragend!

Ich kaufe mir jede Woche eine grössere Hose und auch die Pullis habe ich schon gegen grössere ausgewechselt!

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