Selbstversuch 22: Selbstbräuner

Vielleicht ist es Eitelkeit, aber eigentlich ist es mir egal. Ich möchte eine gesunde Hautfarbe, möchte dies ohne Verbrennungen und ohne Zeitaufwand erreichen. Die Lösung ist denkbar einfach: Selbstbräuner! Oder Solarium. Zweiteres aber ein Zeitaufwand. Ich habe mich also im Supermarkt durch die verschiedenen Selbstbräuner durchgelesen. Ok, ich geb’s zu: Ich wurde nicht schlau daraus und die Preise der einzelnen Produkte hielten mich vom Spontankauf ab.

Frage an Tante Google: Wie wirkt Selbstbräuner? Schnell fand ich die Erklärung – allerdings keine, die mich irgendwie weiterbrachte. Spannend allerdings die Geschichte über die Entdeckung von Selbstbräuner:

1920 wurde ein Versuch zur Austestung von potenziellen Diabetiker-Süßstoffen durchgeführt. Unter den Substanzen war auch DHA. Als Süßstoff erwies sich die Verbindung als unbrauchbar – seine Färbungswirkung indes wurde Mitte der 50er Jahre durch Zufall von Eva Wittgenstein an der Kinderklinik der University of Cincinnati entdeckt.

Süssstoff? Naja, ich als gelernter Bäcker Konditor mit Erfahrung in Confiserie, hatte sofort eine Idee: Selbst herstellen! Ich begann , Zucker zu schmelzen … viel Zucker … bald hatte ich feines Karamell, verdünnte es ein bisschen, und schliesslich hatte ich eine flüssige Masse mit einem feinen Braunton. Diese trug ich anschliessend auf meinen Körper auf.

Ja, ich weiss: Verbrennungen wollte ich vermeiden. Flüssiger Zucker ist sehr heiss! Aber dieses Opfer musste ich bringen. Aber bereits nach wenigen Minuten hatte ich einen feinen, braunen und wohlriechenden Überzug. Und das Auskühlen minderte auch das brennende Gefühl auf der Haut.

Das Auskühlen hatte allerdings einen Nebeneffekt, welchen ich nicht bedacht hatte: Die Zuckermasse wurde hart. Und ich unbeweglich.

Ich musste das ganze aufwärmen. Ich liess mich fallen und rollte mich auf den Balkon. Die Sonnenwärme reichte allerdings nicht aus und so beschloss ich, den Zuckeranzug zu zertrümmern. Ein beherzter Sprung vom Balkon, ein harter Aufschlag.

Die nächste Erinnerung: Ich im Spitalbett, eingepackt in Gips. Ein Arzt erklärte mir, dass ich den Aufschlag nicht unbeschadet überstanden hätte und mir beide Arme und Beine gebrochen hätte. Braun sei ich nie gewesen, aber vollständig enthaart … aber sehen würde dies in diesem Sommer auch niemand mehr …

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