Selbstversuch 10: Schwimmtraining

Nach einer passiven Sportlichkeitsphase finde ich es wieder mal an der Zeit, etwas zu tun. Schwimmen, wenn das Wasser warm genug ist,ist eine tolle Sache. Wie? Warmes Wasser ist für Weicheier? Im Gegenteil: Die ganz Harten ertragen die Hitze und müssen sich nicht im kalten Wasser erfrischen – so sieht’s aus, jawohl!

Egal, ich habe mein Becken gefunden und die Temperatur ist perfekt. Langsam lasse ich mich ins Wasser gleiten. Ich tauche unter und schwimme los. In Gedanken und Wasser versunken, achte ich nicht auf meine Umgebung. Und mit einem dumpfen Schlag auf den Kopf erwache ich wieder in die Realität: Beckenrand erreicht!

Einmal wenden, kurze Verschnaufpause, dann zurückschwimmen. Abermals ein brüskes Bremsen am anderen Rand. So macht es aber nicht wirklich Spass!

Also mal was Neues. Arschbombe. Habe ich kürzlich im Fernsehen gesehen. Gibt sogar Wettbewerbe. Vielleicht kann ich mich ja qualifizieren. Und schliesslich ist mein Verdrängungsvolumen grösser als jenes der zwanzigjährigen Beachboys.

 

Ich stelle mich also am Beckenrand hin und versuche, nicht vorzeitig hineinzurutschen. Es gelingt. Ich stosse mich ab, der Sprung nicht perfekt, aber in Ordnung. Die kurze Zeit in der Luft reicht, die Beine anzuziehen. Platsch! Hart schlage ich mit dem Rücken auf, das Wasser hat die Wanne fluchtartig verlassen. Benommen bleibe ich liegen. Ich weiss gar nicht, was mehr schmerzt: Der Rücken, der Kopf, die Beine oder die Erkenntnis, beim Wettbewerb doch keinen Podestplatz zu erreichen …

Noch bevor ich wieder trocken bin, klingelt es an der Türe: Der Nachbar von unten. Ob wohl meine Badewanne ausgelaufen wäre, wollte er wissen, bei ihm tropfe es von der Decke …

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