SBB Kunden sind schuld an Verspätungen

Liebe SBB,

es tut mir wirklich leid, dass ich als Kunde schuld an verspäteten Zügen bin. Es war mir bisher nicht bewusst, dass ich zu langsam einsteige. Aber ich werde mich bessern, gleich morgen. Es tut mir leid, dass sie nun eine halbe Million Schweizerfranken investieren müssen, damit ich schneller einsteige. Eine Anregung hätte ich allerdings schon noch.

Ich benutze täglich die S-Bahn in der Region und Stadt Zürich. Und mir sind ein paar Dinge aufgefallen.

So sehr ich mich auch bemühe, jeden Tag am gleichen Ort zu stehen, so ist es leider NIE möglich, direkt in den Zug einzusteigen. Nicht nur, dass der Zug nicht immer genau stoppt, die Reihenfolge von Erst – und Zweitklasswagen variiert. Und wenn mal die Reihenfolge stimmt, so kommt ganz sicher ein Kurzzug und ich stehe wieder falsch.

 

Ach ja – nicht dass es ein Problem wäre, den Zug rechtzeitig zu erwischen, nur weil die Türe des von mir gewünschten Zugsabteils nicht vor mir ist. Die Verweildauer des Zuges im Bahnhof beträgt meines Wissens zwei bis sechs Minuten. Jedenfalls an den Stationen, die ich benutze. Nur so nebenbei: diese Zeit reicht mir in jedem Bahnhof, vom vordersten zum hintersten Wagen zu wechseln. Und schließlich müssen, bevor die neuen Fahrgäste zusteigen, die zuerst aussteigenden den Wagen verlassen können.

Mir ist aufgefallen, dass ich die Zugtüre nicht mehr öffnen kann, wenn ich den Zug zwar erreiche, er aber theoretisch abfahren sollte. Selbst wenn er noch eine Minute lang im Bahnhof verbleibt. Sie haben also eine geeignete Maßnahme gefunden, dass die Passagiere die Abfahrt nicht weiter verzögern.

Fast täglich höre ich durchsagen wie: “Die Abfahrt verzögert sich um 5 Minuten – Grund ist ein defekt an einem anderen Zug.” oder: “wegen einer Stellwerkstörung …”

Wie wäre es, wenn Sie, anstatt die Kunden zurechtzuweisen, einmal die Ausfall und Pannenquote zu analysieren?

Ich weiß, verglichen mit anderen Ländern bietet die SBB eine hohe Pünktlichkeit. Die Verspätungen betragen in der Regel nur wenige Minuten. Aber schließlich ist das Bahnfahren in der Schweiz auch nicht billig. Deshalb, bevor sie auf Kritik damit reagieren, die Kunden umerziehen zu wollen, sollten Sie mal die technischen Probleme  angehen.

Wenn dann nämlich mein Zug pünktlich kommt, dann werde ich auch innerhalb der zwei Minuten einsteigen und den Betrieb nicht aufhalten!

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.