Rüpelbauer

Wer mich kennt, weiss: Ich bin sehr aufmerksam, wenn es um Lebensmittel geht. Und ich lese regelmässig Nachrichten über neue Produkte. Ich kenne mich in der Landwirtschaft ein bisschen aus und weiss, dass es Milchbauern, Ackerbauern, Weinbauern und viele weitere gibt. Ich weiss auch, dass die Landwirtschaft immer weiter unter Druck kommt und Nischen suchen muss. Bisons, Strausse, Schilf, Hanf, alles Mögliche wird angebaut und gezüchtet…

Und nun dies: Rüpelbauer Marc ist verlobt! (Schlagzeile vom 16. Juli 2009 in der Basler Zeitung).

Hat wieder mal einer ein neues Produkt angebaut, welches ich nicht kenne? Rüpel? Ich recherchiere. Ich finde zwar den Begriff “Rüpel” gemäss Wikipedia:

 

Ein Rüpel (< Ruprecht) ist ein ungehobelter, respektloser, unhöflicher und aggressiver Mensch mit schlechten Umgangsformen. Das Wort wird abwertend und meist in Bezug auf Männer verwendet. Rüpel ist in etwa gleichbedeutend mit dem Begriff Flegel, ersteres allerdings mit noch stärkerer Betonung auf der Aggressivität. 

Jedoch finde ich keinen Hinweis auf ein Lebensmittel, keine Pflanze, kein Tier … Auch das Bundesamt für Umwelt, BAFU, gibt keine schlüssigen Erkenntnisse. Ich durchforste die Roten Listen, gelange zum Bundesamt für Landwirtschaft. Auch hier finde ich nichts. Kein Formular, um Subventionen zu beantragen, kein Bewilligungsverfahren, kein nichts …

Langsam mache ich mir Sorgen! Muss ich in der Genforschung suchen? In der Chemie? Nichts … Rüpel ist unbekannt … Ein Geheimprojekt?

Ich will’s genau wissen. Eine Umfrage in meinem Bekanntenkreis hat ergeben: Nein, wir wollen keinen Rüpel (60%), 30% fragten: Was ist Rüpel? Und 10% fanden Rüpel ganz ok.

Nun, wenn ich es hochrechne und immerhin 10% der Bevölkerung Rüpel ok finden, so könnte man doch recht gut davon leben. Ich überlege mir ernsthaft, Rüpelbauer werden! Sobald ich weiss, wie es geht …

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