Popochoccorn

Kennen Sie das? Lange legen Sie sich einen Begriff oder einen Satz zurecht – und im Moment, wo man ihn braucht … vergessen.

Oder eine andere Frage, als man erwartet.

So erinnere ich mich an eine Situation an einer Fastfood Theke in Australien. Ich, nach neun Monaten Englischkurs (der Kursleiter ein Brite, welcher am Hof der Queen gearbeitet hatte und dementsprechend ein extrem englisches Englisch unterrichtete). Ich überlegte mir, was ich bestellen wollte und formulierte den Satz ganz genau.

Die Frau hinter der Theke grüsste mich mit den Worten: „G‘Day, haya doing?” (oder so ähnlich klang es). Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Im Gegensatz zum Amerikaner, will der Australier wirklich wissen, wie es dir geht (selbst wenn du dein Oxfordenglisch in diesem Moment verfluchst). Ich verstand die Frage trotzdem und antwortete, so gut es ging. Nach der Frage nach dem Empfinden, folgten Fragen zu Herkunft und Ziel … Schliesslich, nach einigen Minuten Gerede, folgte die Frage, was ich denn eigentlich essen möchte …

Mein perfekt zusammengeschusterter Satz war irgendwo im Nirwana … und ich bestellte „Burger and Coke“ … (wie immer)

Diese Erlebnis viel mir ein, als mich gestern ein Kunde angesprochen hat und fragte: „Haben Sie Popochoccorn?“

In meinen Augenwinkeln sah ich zwei Angestellte. Sie wurden blitzartig blass. (Naja, sie kannten meine Sprüche bereits). Die Augen der Einen begannen zu tränen, während der Zweiten die Mundwinkel zuckten.

Ich lächelte den Kunden an und sagte: „Natürlich haben wir Popochoccorn, ich zeige ihnen wo!“ Ich ging mit dem Kunden zum Regal mit dem Schockopopcorn und zeigte ihm das Gewünschte. Hinter dem Regal prusteten die Mitarbeiterinnen laut heraus.

Der Kunde hörte es nicht, er dachte nach. „Habe ich eben Popochoccorn gesagt?“ „Ja, haben sie, aber ich habe sie verstanden!“

Ich weiss nicht, was ich in Australien alles bestellt habe, weil mir die richtigen Worte nicht mehr einfielen. Aber ich wurde korrekt bedient. Das kann ich auch!

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