Nationalstolz

Eigentlich ist es schon etwas sonderbar: Roger Federer hat seine Olympiamedaille nicht gewonnen – aber eine Goldene für die Schweiz im Doppel geholt. Genau so wurden uns die Erfolge respektive Misserfolge gemeldet!

Ein Einzelfall? Durchaus nicht! Die Berichterstattung über die Radrennen war genau so!
Zitat 1: “Das Bahn-Duo Bruno Risi und Franco Marvulli fand den Schwung im Sattel nicht und klassierte sich nur als Elfte von 16 Paaren. Nicht zuletzt, weil der jüngere Marvulli einen miserablen Tag erwischte.”
Zitat 2: “Fabian Cancellara bescherte der Schweizer Olympia-Equipe bereits am ersten Wettkampftag in Peking die erste Medaille. ”

Der Erfolg ist also etwas für das Land, der Misserfolg etwas für den Sportler …

Ich finde diese Berichterstattung unfair! Ich glaube, es hat etwas mit Nationalstolz zu tun; der Berichterstatter freut sich am Erfolg und kann nur daran teilhaben, wenn die Medaille für das Land ist. Und wer ist schon stolz auf ein Resultat “unter-ferner-liefen” …

Aus fairness gegenüber den Sportlern schlage ich deshalb folgendes vor: Bei den nächsten Olymischen Spielen engagieren wir einfach Berichterstatter aus einem Land, welches keine Sportler senden konnte, weil sie sich nicht qualifizierten und bürgern diese sofort ein. Diese Leute würden sich über jeden Sportler freuen und wären stolz, ein Land zu vertreten, dessen Athleten immerhin teilnehmen durften, egal, welchen Platz sie im Schlussklassement belegen…

dENKmAL darüber nach

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