Morgen werde ich es mal so versuchen …

Das Phänomen ist mir nicht neu. Dennoch. In den überfüllten S-Bahn Zügen von Zürich kann es nicht sein, dass niemand neben mir sitzen will. Nicht, dass ich mich beklagen will. Ich finde es praktisch, vier Sitze für mich zu haben, während sich andere zusammen in ein Abteil quetschen.

Ich habe trotzdem eine große Studie gemacht und alles ganz genau beobachtet.

Zwei Wochen lang habe ich mit dem Deo geprobt. Von “Natur pur” bis „duschen im kölnisch Wasser“, jeden Tag das gleiche Resultat. Niemand setzt sich zu mir.

Danach habe ich es mit bewusster Mimik versucht. Mal freundlich, mal grimmig, mal schlafend gestellt, mal entspannt, mal gelangweilt … nichts!

Die Studie dauerte drei Monate und ich konnte nicht erkennen, was die Leute von mit fern hielt. Deshalb beschloss ich, einen anderen Weg zu gehen. Ich beobachtete, wie es andere Fahrgäste machten. Wie sie gingen, wie sie sich bewegten, sich hinsetzten, schauten, wenn jemand zustieg und einen Platz suchten. Ich konnte beim besten Willen keinen Unterschied feststellen. Sie verhielten sich nicht anders als ich.

 

Bis ich heute morgen mehr zufällig über einen Hinweis stolperte.

Ich war etwas in Eile und so kam es, dass ich auf einem Bein hüpfend den Zug verließ, während sich mein zweites Bein in der Röhre der Jeans verhedderte, die ich gerade angezogen hatte.

Genau das war der Unterschied: Die allermeisten Menschen, die im Zug unterwegs waren, hatten ihre Hosen bereits an, als sie die Bahn bestiegen – und nicht wie ich, erst beim verlassen!

Morgen werde ich es mal so versuchen …

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