Ladenvergleich

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Als offener, innovativer Jungunternehmer, besichtige ich natürlich gelegentlich Ladenkonzepte der Konkurrenz. Und viele Ideen für den Laden bekomme ich auch, wenn ich artfremde Geschäfte besichtige. Deshalb habe ich kürzlich ein Einkaufszentrum in der Nähe von Zürich besucht und mich genau umgesehen.
Als Mann mit einer Neigung fürs Schöne, viel mir ein Laden ganz besonders auf. Naja, eigentlich das Personal … Es handelte sich um einen Parfümerie – und Kosmetikladen. Die Damen waren alle sehr beschäftigt … nicht mit Kunden bedienen, nein, mit sich selbst aufpolieren! Oder die Kollegin zu schminken … ich selbst konnte mich im Laden sehr frei bewegen – niemand sprach mich an, kein Gruss … dabei wäre ich doch so gerne mit einer dieser Schönheiten ins Gespräch gekommen …Ich verliess diesen Laden wieder und schlenderte weiter, am nächsten Geschäft vorbei. Es roch nach Tee und alten Holzregalen. Ehe ich wusste, wo ich war, wurde ich von Weitem begrüsst. Ich hob den Kopf und grüsste zurück … nein, diese Frau wäre mir nie aufgefallen; Natur pur … eine altmodische Arbeitsschürze, Birkenstock-Sandalen, kleine runde Brillengläser … es fehlte nur die 30-jährige Ledertasche. Ich weiss nicht, warum; wenig später stand ich im Reformladen. Ich fühlte mich nicht wohl; soviel Vollwert, soviel Ersatz: Fleischersatz, Kaffee-Ersatz, Milchersatz. Zwischen den Lebensmitteln Bücher und Schuhe – mir stellte es die Haare auf (jaja, nicht auf dem Kopf!). Und alle sieben Meter eine Dame, welche optisch ganz bestimmt tausendmal besser in einen Reformladen passte als in eine Parfümerie. Aber, ich wurde von jeder dieser Damen gegrüsst und angelächelt. Wer mich kennt, weiss, ich bin nicht immer nett. (Falls ich geboren wurde, um nett zu sein, so hätte mir das jemand sagen müssen). Und ich bin leicht durch optische Reize beeinflussbar. Aber ich bin auch ein Beobachter; ich nehme Dinge um mich herum wahr. In der Nähe der Kasse befand sich eine weitere Verkäuferin. Und auch sie lächelte mich an. Und wie … Also nahm ich einen Müsliriegel aus dem Regal und stellte mich an die Kasse. Sie kam zu mir und tippte den Artikel, kassierte und verabschiedete sich mit einem Lachen auf den Lippen. Seltsam, irgendwie hatte ich Herzklopfen bekommen … Ich verliess das Reformhaus und biss in den Riegel … ich drohte daran zu ersticken; wie kam ich auch nur auf die Idee einen Müsliriegel zu kaufen?? Ich wollte Schokolade! Ich schaute noch einmal in die Parfümerie; dort hatte sich nicht verändert. Und ich kaufte auch diesmal nichts. Seltsam, irgendwie waren mir die Damen nebenan symphatischer. Scheinbar bewirkt ein Lächeln mehr als die vollkommenste Schminke …  

 

 

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