Karierte Hemden

Der absolute Klassiker im Laden sind die „Karierten Hemden“ – meistens in Verbindung mit zu kurzen Hosen und einem dämlichen Schlapphut mit Werbeaufdruck.. Diese Menschen scheinen eine ganz besondere Spezies zu sein..vermutlich wurden sie schon mal in einem Laden geschlagen – anders kann ich mir nicht erklären, warum sie nicht hineinkommen. Diese Leute öffnen die Türe nur einen kleinen Spalt und fragen sofort: „Haben sie kein Bier?“

Sie sprechen IMMER in der Negativform; keiner würde fragen: „Haben sie Bier?“ Vielleicht befürchten sie, man könnte ihnen mit einem knappen: „Ja“ antworten und sie müssten dann fragen: „Wo haben sie es denn?“

Warum kommen die „Karierten Hemden“ nicht einfach herein, schauen sich um, nehmen das Bier aus dem Kühlschrank und kommen an die Kasse?

Der Laden ist lediglich so gross wie eine grosse Wohnung; auf die 15 Meter Mehrstrecke sollte es ihnen eigentlich nicht ankommen …

Haben sie ihr kühles Nass endlich in der Hand, so fällt Mutti ein, dass sie eigentlich auch noch Durst hat. „Haben sie kein Wasser?“

Grrr … mit einem Lächeln auf den Lippen zeigt man den „Karierten Hemden“ das Wasser … welches sie wohl nehmen?? Nach reiflicher Überlegung entscheiden sie sich ganz spontan..für das Billigste … “das schmeckt mir schon seit Jahren am Besten..!“ sagen sie mit einem verlegenen Lächeln.

An der Kasse stellen sich die „Karierten Hemden“ als etwas vom kompliziertesten heraus: Beide Getränke werden separat bezahlt (ich zahle ihm doch nicht sein Bier!). Allerdings erst nachdem beide den Inhalt ihres Rucksacks fein säuberlich auf dem Kassenband ausgebreitet haben, um nach längerer Suche zu bemerken, dass sie das Portemonnaie ja im Bauchbeutel verstaut haben …

Und natürlich brauchen sie einen kleinen Plastiksack, um alles hinauszutragen … naja, ich möchte meine Bierdose ja auch nicht zu dem durchgeschwitzten Pullover in den Rucksack packen …

Vor dem Laden steht ein Brunnen; dorthin ziehen sich die „Karierten Hemden“ zur Nahrungsaufnahme gern zurück; die leere Wasserflasche wird am Brunnen noch einmal aufgefüllt, aber erst nachdem man die Ladentüre einen kleinen Spalt weit geöffnet hat, und wieder aus sicherer Distanz fragt: „Ist das kein Trinkwasser im Brunnen?“

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