Jammerlappen

Lesezeit: 2 Minuten

Ich kann’s nicht mehr hören! Der Franken ist zu stark, die Touristen bleiben aus, 1000 Hotels in der Schweiz droht das aus.

Ich habe es vorgemacht: Die Ferien zuhause verbracht und nicht vom (ach ja, billigen Euro! Nicht der Franken ist stark geworden, der Euro ist nichts mehr wert!!) profitiert. Tagesausflüge in der Schweiz, und gestern ins Legoland Deutschland. Natürlich ist der Euro günstiger denn je. Der Tagesausflug nach Bayern für drei Personen im eigenen Auto hat mich rund 200.00 Euro gekostet, anstatt 250.00 wie es noch vor zwei Jahren gewesen wäre. Ich finde, das ist immer noch kein Schnäppchen! Aber ich habe eine wichtige Erfahrung gemacht: Alle – ausnahmslos alle Angestellten in diesem Freizeitpark waren extrem freundlich und zuvorkommend! Ich musste nirgendwo mehr als 5 Minuten anstehen, dem trüben Wetter sei gedankt, dass es nur wenige Besucher hatte. Aber ich behaupte, das Personal hätte die dreifache Menge an Besuchern ebenso schnell bedient. Und dabei immer freundlich, immer eine Zusatzinfo oder ein Hinweis, immer ein lächeln.

Wenn ich da an die Erlebnisse der letzten Woche in der Servicewüste Schweiz denke, dann wundere ich mich nicht, dass die Touristen ausbleiben!

Wenn es schon mehr kostet, dann muss man eben mehr bieten! Das ist ein offenes Geheimnis, aber offenbar sind viele Wirtschaftskapitäne resistent gegen solches Allgemeinwissen, lieber rufen sie nach der Politik, welche den Franken abschaffen und den Euro einführen soll!

Ich habe kein Wirtschaftsstudium abgeschlossen – aber ich weiß, dass die Schweiz fast keine Rohstoffe hat. Folglich werden die allermeisten Rohmaterialien importiert. Gekauft mit dem billigen Euro. Und ganz unverblümt wird im Gegenzug gejammert, die Exporte würden erschwert, weil der Franken zu stark sei. So viel Scheinheiligkeit gibt es sonst nur im Vatikan!

Und noch dreister: Jetzt werden Löhne gekürzt, Arbeitszeiten erhöht und wie bereits vorher Stellen gestrichen. Mit der logischen Konsequenz, dass man am Kundendienst im Möbelhaus in einen euphorischen Freudentanz ausbricht, wenn man nach 30 Minuten Wartezeit bereits bedient wird!

Die Schweiz bietet sehr viel für den Besucher und sogar der Zürichsee ist derzeit wärmer als die Luft! Naja, nicht dass der See jetzt warm genug wäre – Ursache für dieses Phänomen ist wohl eher die Tatsache, dass das ewige Gejammer den Sommer vertrieben hat …

Natürlich war nicht alles schlecht, was ich letzte Woche erlebte. Es gab auch wirklich engagierte Mitarbeiter in der Schweiz, tolle Beratung und begeisterte Verkäufer! Bestimmt wird der Sommer 2011 dies irgendwann bemerken und wieder zurückkehren! Und dann beginnt das Gejammer von vorn … zu heiß, zu trocken …

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.