Irrtum

Nun, wie soll ich sagen … ich habe mich geirrt … nein, besser gesagt: Ich kannte nicht alle Details … Ich habe euch erzählt, wie ich meinen inneren Schweinehund losgeworden bin (Sieg!). Ich freute mich auf die neue Freiheit, keine Zwänge, keine Hemmungen … Ich stellte mir vor, nicht nur meine innere Handbremse gelöst zu haben, sondern zusätzlich einen Turbolader aktiviert zu haben. Endlich einfach auf der Strasse Frauen ansprechen, nur meine eigenen Wünsche berücksichtigen und meine Vorstellungen durchzuziehen. Ich wollte sein, wie so mancher Handyverkäufer: keine Hemmungen beim Lügen. Mut zur Wissenslücke. Ich dachte, ohne Schweinehund kannst du das! Und der Erfolg stellt sich automatisch ein … Nun, in Wirklichkeit hat sich nicht alles geändert. Sicher, mir gegenüber ist es anders: Ich habe beispielsweise heute Morgen rasiert, obwohl ich Ferien habe und nicht müsste. Schweinehund hat nicht gesagt, du kannst 5 Minuten länger schlafen, wenn du es nicht tust. Das Geschirr ist abgewaschen, die Reisetasche ausgepackt und verräumt. Nur in der Öffentlichkeit bin ich immer noch anständig, rücksichtsvoll, freundlich … Ich hatte ganz übersehen, dass der Schweinehund nicht alleine war. In seinem Schatten lebte über die Jahre sein Halbbruder – der Anstandswauwau …

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