Handykids

Lesezeit: 2 Minuten

Wie ich immer wieder mal erwähne: Ich bin ein aufgeschlossener, moderner Zeitgenosse. Ich bin begeistert von jeglicher Technik, Elektronik, Multimedia und Kommunikationstechnologie. Ich bin auch sehr dafür, dass die Kinder mit solchen Geräten vertraut gemacht werden und bereits in früher Jugend damit umgehen können. Und genau das ist für mich der springende Punkt! Damit umgehen können, heisst für mich: Die Geräte zu benutzen, wenn die Zeit dafür ist, man einen Nutzen (auch Unterhaltung kann ein Nutzen sein!) und die Geräte auszuschalten, wenn man sie nicht braucht.

Wenn ein Zehnjähriger heute ein Handy mitnimmt, um das Mamitaxi nach dem Geburtstagsfest anzurufen, so ist das für mich absolut in Ordnung. Aber in der Schule braucht es ganz bestimmt keine Handys! Schon gar nicht, wenn ich sehe, wie diese Nachrichten geschrieben werden. TX2U ist für mich eine Typenbezeichnung eines Fernsehgerätes – aber ganz bestimmt kein Dank für etwas. Und „viele“ schreibt man auch auf dem Handy mit „v“ und nicht mit „f“ …

Ganz anders hat es da die ältere Generation; die „Neuhandybesitzer Ü68“. Diese Menschen bringen mich doch immer wieder zum Lachen: Arme zu kurz, um auf dem Display etwas zu erkennen, eine Woche am tippen, um eine SMS zu senden …

Ganz amüsiert konnte ich kürzliche einen Mann beobachten, der seinem Enkel im Laden die Zeit vertrieb (oder sich??) während die Oma einkaufte. Er zeigte dem Kleinen Fotos, welche er mit dem Gerät gemacht hatte. Erstaunlich flink bediente er sein Handy, das musste ich eingestehen. Ich staunte nicht schlecht, ansonsten sah er eher unbeholfen aus. Und schliesslich hörte man einen Klingelton; übermässig laut dudelte der Nokia-Standard-Ton (wer mich kennt, weiss, was ich davon halte!).

Naja, der wird seinem Enkel nun alle Klingeltöne abspielen, war mein Gedanke. Er drückte ein paar Tasten, der kleine Junge lachte und wiederum tutete es … aber immer noch Nokia-Standard-Ton … der Mann staunte wieder und drückte weiter.

Plötzlich nahm er das Handy und kam zu mir an die Kasse. „Können sie mir bitte sagen, was da steht? Diese Meldung habe ich noch nie gesehen. Aber ohne Brille erkenne ich es nicht.“ Ich schaute mir das Display an. „2 unbeantwortete Nachrichten steht da!“ sagte ich. „Und was bedeutet das?“ wollte er wissen. „Dass jemand versucht hat, sie anzurufen, aber sie nicht abgenommen haben! Wissen sie, mit diesem Gerät können sie auch telefonieren, nicht nur Bilder anschauen und Musik machen!“

„Ach wissen sie, ich verstehe nichts von diesen modernen Geräten – es gehört meinem Enkel … aber weil er noch nicht lesen kann, schauen wir nur die Fotos an …”

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2 Kommentare

  • Jonas R.

    Ich musste grad wirklich lachen.
    Ihre Texte sind einmalig und dieser Text ist eine wundervolle Beschreibung meiner Eltern :)
    Nur, dass Ich dann immer der “Prellbock” für Fragen bin…

    Weiter so :)

  • Gisela Pers

    Hallöchen Urs Jenni, SMS – hab herzlich lachen
    müssen. Mir älterem Semester geht es nicht anders.
    Habe seit letztem Weihnachten ein neueres Handy
    von meinen beiden Töchtern bekommen, hab noch nicht eine SMS zustande gebracht. Wollte
    schon mein altes Handy wiederhaben. Da gings so
    halbwegs.
    Liebe Grüße – Ihre treue Leserin Gisela Pers –

    Mit Ihren div. Hinweisen in englischer Sprache in Ihrer HP tue ich mich auch schwer.

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