Gewerbeausstellung

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Ich gebe es zu! Ich mag Gewerbeausstellungen. Sie gehören hierzulande zum Herbst wie Maroni und Nebel. Das lokale Gewerbe zeigt, was hergestellt, gehandelt oder angeboten wird. Die Betriebe putzen sich heraus, man sieht die Menschen dahinter und kann erleben, wie auch Kleinstunternehmen kreativ die Kunden anlocken.

Soweit so gut. Sonnenschein. Herbstlicht. Und wie gesagt: Gewerbeausstellung. Ich los, zu Fuss – schliesslich will ich das Auto gewinnen aus der Tombola. Auf dem Ausstellungsgelände duftet es nach Bratwurst und Gebäck. Bereits nach 5 Metern die Losverkäufer. 10 Stück, drei davon eine Nummer; leider keine spektakuläre, vermutlich nicht das Auto. Wir werden sehen.

Die Stände sind gut besucht. Naja, steht ja auch überall eine Weinflasche auf dem Tisch … Schön, Blumendekoration, diverse Geräte und Maschinen. Gibt es hier nur Sanitärinstallateure und Bauunternehmen? Ich verlasse die Halle. Autoausstellung. Viele Wagen, auch der Tombolapreis. Die Autoverkäufer? Nein, ich finde keinen. Egal, ich hätte ja auch kein’s gekauft, schliesslich werde ich ein Auto gewinnen. Aber wenn ich mir vorstelle, welchen Aufwand die Firmen betrieben haben, die Fahrzeuge hinzustellen, anzuschreiben, zu putzen und nach den zwei Tagen wieder zurückzunehmen, so hätte ich doch erwartet, dass jemand zumindest versuchen möchte, etwas zu verkaufen.

Und nun?

Sackgasse. Also wieder zurück. Versicherungen und Banken. Klar, überraschend ist es nicht. Wettbewerbskarte ausfüllen mit der Adresse und (wenn man Glück hat) den Kugelschreiber behalten. Spätestens in drei Wochen werde ich einen Prospekt von jeder Bank im Briefkasten haben und die Versicherungsgesellschaften werden anrufen. Ganz bestimmt nicht, um mir zu sagen, dass ich einen Preis gewonnen hätte … aber wenn ich schon das Auto gewinne, ist es kein Problem. Schliesslich habe ich ja bereits einen Kugelschreiber erhalten.

Festwirtschaft. Das klingt gut. Zu trinken habe ich bisher an den Ständen nichts erhalten; ich bin weder Eigenheimbesitzer noch Verwandt mit einem Aussteller. Somit gibt es nichts zu trinken. (Naja, die kirchlichen Vereine würden jeden bewirten – solange er sich hinsetzt und zuhört) (Aber will ich das wirklich? Nein, lieber bezahle ich für mein Getränk …) Festwirtschaft, in der Turnhalle, zur Hälfte leer. Super. Das dürfte schnell gehen. Dürfte … 15 Minuten später verlasse ich die Festwirtschaft wieder, ohne etwas bestellt zu haben. Irgendwie wie immer, wenn ich in einer Festwirtschaft etwas bestellen will. (Schade: Ich habe bemerkt, welches Restaurant für die Festwirtschaft zuständig ist – Werbung war das gerade nicht …)

Draussen am Grillstand gibt es auch Getränke. Der junge Mann ist freundlich. Und 3 mal 3.50 macht 11.50. Klar. Aber er ist meiner Sprache mächtig und wir einigen uns auf 10.50.

In der zweiten Halle zehn weitere Aussteller. Auch hier. Waschmaschinen, Heizungen, Baustellen. Überraschungen? Nein, keine! Kreativität? Nein, nicht wirklich. Schöne Ausstellungen, solides Handwerk, aber keine Überraschungen.

Jetzt aber zur Tombola. Rausfinden, was ich denn gewonnen habe. Überraschung: Meine Lose kommen in die Hauptziehung! Die Chancen auf das Auto sind intakt. Ausserdem gibt es Waschmaschinen (super für Eigenheimbesitzer!) und Fahrräder zu gewinnen.

Mein Fazit? Es war schön, es war gut. Keine unerwarteten Ereignisse. Keine Überraschungen. Aber eine Chance gibt es noch: Die Ziehung des Autos steht noch bevor! Normalerweise gewinne ich es nicht. Nun ist es an euch! Überrascht mich!      

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