Ganz langsam

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Dass wir Berner langsam seien, halte ich nach wie vor für ein Gerücht. Ihr kennt das doch alle auch: Ihr seid mit dem Fahrrad unterwegs und schlagt euch mit allerlei Gefahren herum. Da rennt dir eine Schnecke vor das Rad und du musst ausweichen. Aber wehe, du fährst zu nahe an den Straßenrand – schon sind deine Speichen mit Efeu umwuchert. Absteigen, das Kraut entfernen, wieder in Schwung kommen und weiterfahren. Echt anstrengend.

Und immer die doofen Mücken. Wie kleine Geschosse kommen sie auf dich zu und zerschellen an deinem Hinterkopf. Mühsam.

 

Ich habe übrigens gehört, dass sich manche Leute an heißem Kaffee die Zunge verbrennen! Ich kann das kaum glauben! Wenn ich die Tasse an den Mund setze, ist mein Kaffee kalt.

 

Neulich hatte ich ein Erlebnis, das meine Sicht auf die Welt veränderte. Ich war gerade damit beschäftigt, der neuen Farbe am Gartenzaun beim trocknen zuzusehen, als neben mir eine Blume aus dem Boden schoss. Sie wuchs in die Höhe, bildete einen Knopf und schließlich platzte dieser auf und es entfaltete sich eine Blüte. Dabei fiel mir auf, dass es während eines Tages mehrmals Nacht wird. Unglaublich. Der Kalender meiner Uhr hatte ein paar Tage übersprungen und der Briefträger kam an diesem Tag mehrmals vorbei. Allerdings immer erst nach der Nacht.

Jedenfalls habe ich beschlossen, das Leben etwas gemütlicher anzugehen und einen Gang runterzuschalten. Ich mache den Stress nicht mehr mit. Ich versuche jetzt, etwas mehr den Vorurteilen entsprechend zu leben. Aber ganz langsam …

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