Frühlingserwachen

Frühling, die ersten Sonnenstrahlen. Mittagszeit in der Stadt. Wie die Ameisen strömen die Menschen aus den Häusern. Jede trockene Sitzgelegenheit wird genutzt, alleine, zu zweit …

Und dann werden die Köpfe zusammengesteckt.

“Hast du die gesehen? Boahh …”

“Welche? Die mit den Pfosten?”

“Nein, die mit den Laufmaschen!”

“Die Dicke?”

“Nein, die Hungerlatte, daneben!”

“Die mit dem Bauchfreien?”

“Das ist nicht Bauchfrei, die ist zu fett!”

“Zuviel Makeup …”

“Dafür hat die Andere zuwenig …”

“Und die dort! Guck mal: Zu lange Tussigrill …”

“Tussigrill?”

“Solarium …”

“Der findet sich wohl cool …”

“Eingebildet, Macho …”

“Wohnt bestimmt noch bei Mutti …”

“Schau, Babygangster …”

“Gröhl … 14 jährige Ghettoboys …”

“Die Mode wiederholt sich bekanntlich … Einjährige tragen weite Hosen, damit die Windeln Platz haben … zehn Jahre später das gleiche …”

“Krampfadern!”

“Schuhe vom letzten Herbst!”

“Haare!!”

“Bikinifigur … mal anders … zwei Wellen zuviel …”

“Boah, 30, Kleider wie 50 und Haut wie 70 …”

Nun, eigentlich sah niemand gut aus. Wo ich auch hinhörte, überall wurde gelästert. Ich würde das natürlich nie tun … nein, niemals … oder gar darüber schreiben? Neeeiinnn, niemals …

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