Erwartungen

Nichts erwarten heisst, nicht enttäuscht zu werden… Ich glaube aber, dass man das gar nicht kann. Irgendeine Erwartung oder zumindest Hoffnung hat man immer. Ob im Restaurant, beim Date oder beim Lesen; man erhofft sich immer etwas. Und sei es nur, dass die Geschichte einen bestimmten Verlauf nimmt oder das Essen so schmeckt, wie man es sich vorgestellt hat.

Erwartungen machen jedes Ereignis messbar. Man vergleicht das Erlebte mit der Vorstellung, welche man zuvor hatte… und wenn die Bilanz besser ausfällt, als die Erwartung, ist man zufrieden.

Manchmal sollte man sich aber bewusst sein, dass das Ergebnis, auch wenn es im Moment nicht positiv scheint, vielleicht der erste Schritt auf dem Umweg zu Grösserem ist.

Ich stelle mir einen Weg in den Bergen vor – ich habe Durst und weiss, dass hinter dem Berg ein Brunnen steht. Ich wandere vorwärts, Nebel zieht auf und ich gehe den Weg nach Gefühl. Als der Nebel sich lichtet, sehe ich im Tal ein Dorf und einen Brunnen. Es ist nicht der Brunnen, den ich gesucht habe; ich gehe dennoch dorthin und trinke. Vielleicht ist das Wasser ja noch besser, als das aus dem Brunnen, welchen ich zuerst gesucht hatte – meine Erwartungen haben sich nicht erfüllt, aber das Resultat war besser.

Es kann aber auch sein, dass das Wasser nicht schmeckt. In diesem Fall habe ich keinen Fehler gemacht, sondern ein anderes Ziel erreicht. Ich weiss nun, wo der Brunnen nicht steht! Und versuche nun, von dort aus mein erstes Ziel zu erreichen.

Merke: Ein Ziel nicht zu erreichen, ist kein Versagen! Es kann eine Chance sein, etwas Anderes zu entdecken! Es kann den Kopf öffnen für Neues!

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