Engel

Wie stellst du dir den Engel vor? Kindlich, mit blonden Locken? Oder hell scheinend, eine Lichtgestalt? Jemand, der dir zur Seite steht, dich in aller Not beschützt? Der die Hand über dich hält, wenn du im Regen stehst? Kann es sein, dass du den Engel in deinem Leben übersiehst, weil du ein Bild vor Augen hast, welches nicht deinem Engel entspricht?

Hektik überall, die (h)eilige Zeit, ich als Nikolaus, in die Kinderaugen schau. Ehrfurcht, Scheu, Angst sogar bei manchem Kind und auch den Eltern – ja, das hab ich gesehn. Immer aber auch Neugierde, Schalk, Vorfreude und der ungetrübte Glaube an den Nikolaus. Manche waren überrascht, mich zu sehen, manche hatten mich gesucht, manche waren vorbereitet und bei manchen nur die Mutti. Und wie sie vor mir standen, sich bemühten, das Gedicht aufzusagen, welches sie mühsam gelernt hatten. Angst, den Faden zu verlieren oder gar nicht mehr weiter zu wissen. Ich tauchte ein in eine Welt, wie soll ich sagen, Welt der Engel … Ich hörte nichts um mich herum, spürte weder die Hitze des Mantels noch das beissen des Bartes. Lauschte den Worten und es störte mich nicht, 25-mal die gleichen drei Verse zu hören. Und nie werde ich die Augen vergessen, wie sie leuchteten, wenn ich ihnen ein Geschenk aus dem Jutesack entgegenstreckte. Glaubt mir: Ich habe Engelsaugen gesehen!

Und am nächsten Tag, manch einer ein Bösewicht, Frechdachs oder eine kleine Zicke. Mit Worten um sich schlagend, welche sich für einen Engel nicht gehören.

Wie oft habe ich im Leben nicht an Engel geglaubt? Wie oft gezweifelt? Und dabei so oft übersehen: Engel sind unter uns! Die Kinderaugen werden erwachsen, Engel bleiben sie immer. Man nennt sie Freunde …

 

dENKmAL darüber nach

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