Egal 3

Teil 3 der Fortsetzungsgeschichte. Teil 1 oder Teil 2 gibt es hier

Es war kalt. Ein beißender Wind pfiff um die Häuser und schüttelte die Blüten der ersten Krokusse. Hagmann schauderte, aber er ging weiter. Er hatte die Klinik an diesem Morgen verlassen.

Früh. Sehr früh. Sie würden es schon bemerken, irgendwann.

Er ging die Straße entlang, die ersten Menschen waren auf dem Weg zur Arbeit. Langsam begann der Tag. Der Duft von frischem Brot kreuzte seinen Weg. Er strömte aus einem Fenster einer Bäckerei. Ein wenig bereute er, dass er das Frühstück in der Klinik verpasst hatte. Aber nur ein wenig.

Er hatte es eilig, stapfte zügig weiter und bog bald darauf in die Gartenstraße ein.

Er wurde nervös. Er wusste nicht, warum, aber er hatte, das seltsame Gefühl, dass sein Plan doch noch schief gehen könnte. Irgendwie war alles zu glatt gelaufen. Hätte er die Klinik nicht so verlassen sollen?

Die Kälte hatte seine Hände klamm werden lassen. Es fiel im schwer, den Hausschlüssel aus der Manteltasche zu zerren. Und bevor er die Türe öffnen konnte, viel ihm der Schlüsselbund aus den Fingern. Leise fluchte er, bückte sich und ergriff seine Schlüssel erneut.

Er schloss auf und betrat die Wohnung. Er ging in die Küche, kochte Wasser auf und füllte den Filter mit Kaffeepulver. Während sich der Krug mit Kaffee füllte, ging er ins Schlafzimmer, wuchtete seinen Koffer aufs Bett und begann, seine Kleider einzupacken. Unsorgfältig, unüberlegt. Anders, als wenn man in die Ferien fährt.

Immer, wenn er ein Auto hörte, ging er ans Fenster. Und war froh, wenn keines vor dem Haus anhielt.

Seinen Koffer stellte er neben die Wohnungstüre. Den Mantel legte er darüber und die Schuhe stellte er daneben.

Den Kaffee trank er stehend am Küchenfenster. Dazu rauchte er eine Zigarette. Sie konnte ihn auch nicht beruhigen. Er hatte nur noch den Wunsch, zu gehen.

Hagmann dachte nach. Das schrille Klingeln des Telefons schreckte ihn aus den Gedanken. Abnehmen? Oder besser nicht?

Er entschied sich dagegen und lies es läuten.

Teil 4

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