Die Wikinger und Atomstrom

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Ach wie billig ist das denn? Genau rechtzeitig zu den Wahlen hat sich das Erdbeben in Japan zu einer atomaren Katastrophe entwickelt. Perfekter Zeitpunkt, jetzt haben sogar Parteien, welche sonst nie eine mehrheitsfähige Politik betreiben, ein Thema. Sind wir doch einfach mal alle gegen Atomstrom. Fällt euch eigentlich nichts anderes ein? Ist das das einzige Problem in diesem Land?

Irgendwie war es ja absehbar: Wenn ein Kind von einem Hund totgebissen wird, ist die Politik plötzlich für ein Verbot von Kampfhunden. Wird eines überfahren, so ist man gegen Raser und macht den Straßenverkehr zum Thema. Ist der Raser ein Ausländer, so macht man es zu Ausländerpolitik.

Mich widert solche Politik an. In diesem Jahr werde ich ganz bestimmt niemanden Wählen, der ein Thema vorschiebt, welches gerade aktuell ist!

Ach ja, noch so ein Gedanke zum Atomstrom: Die Gefahr einer atomaren Katastrophe wie sie derzeit in Japan abläuft, ist in der Schweiz zu vernachlässigen! Die Erdbebenwahrscheinlichkeit ist hierzulande gering und Tsunamis werden wir hier auch kaum erleben. Und sollte es doch einmal zu einem Erdbeben kommen, 1356 war übrigens das letzte Große, welches Basel zerstörte, so würden wahrscheinlich mehr Menschen unterhalb von Staumauern weggespült, als  radioaktiv verstrahlt.

Wer nun denkt, ich sei vorbehaltlos für Atomstrom, der irrt!

 

Es gibt ein weit größeres Problem mit dem Atomstrom, als die Gefahr einer Katastrophe: Der Abfall!

Die Abfälle eines AKW’s müssen gelagert werden, bis sie nicht mehr strahlen. Man rechnet derzeit mit einer Dauer von mindestens 1000 Jahren. Dies ist lediglich eine Annahme, ob es wirklich so ist, wird man in etwa 1000 Jahren herausfinden. Die Abfälle müssen bis dahin erdbeben –, korrosions – und  strahlensicher gelagert werden, um dann von unseren Ururururururururururururururururururururururururururururururururururenkeln endgültig hervorgeholt zu werden und … ja, was dann? Hausmüll? Kompost?

Wären Autos wohl noch erlaubt, wenn man sie vor der Verschrottung 1000 Jahre lagern müsste? Oder auch nur 100 Jahre? Oder 10 Jahre?

1000 Jahre. Hätten die Wikinger ihre Energieversorgung durch Atomkraftwerke gewonnen, so wäre es jetzt für uns an der Zeit, zu überprüfen, ob die Strahlung ihrer Abfälle auf ein ungefährliches Niveau gesunken ist. Die Politiker könnten sich damit beschäftigen, wie wir mit den 1000 Jahre alten Atomabfällen weiter umgehen. Oder beschließen, dass wir weitere 1000 Jahre warten müssen, weil die Strahlung immer noch zu hoch ist. Aber was wird dann aus den Parteiprogrammen? In China ist gerade ein Sack Reis umgefallen, vielleicht sollte man sich dagegen stark machen.

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