Die Rotkäppchengang

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Kindern zu antworten ist nicht immer einfach. Sie war sichtlich gelangweilt. Und das fand sie langweilig. Auch wenn ihr Vater den Vorschlag machte, sie solle sich, wie er, bewusst langweilen. Sie starrte an das verkratze Fenster des Eisenbahnwagens. “Was steht da?”, wollte sie wissen. “Du meist das Graffiti?” “Das ist Schnürchenschrift und kein Graffiti! Aber ja, das meine ich.”

“Das ist das Kennzeichen einer Gang!”

“Warum haben die das gemacht?”

“Damit man sieht, wo ihr Revier ist.”

“Warum?”

“Damit sich andere Gangs von diesem Ort fernhalten.”

“Was machen die Gangs?”

 

“Die ziehen in der Nacht um die Häuser und zerstören Dinge.”

“Aber was steht denn da?”

“Ich kann es nicht erkennen, aber es ist ein Symbol für die Gang. Wenn du zum Beispiel mit anderen 6-Jährigen in der Rotkäppchengang wärst, würdet ihr auch ein Zeichen in eurem Revier hinterlassen.”

Pause.

“Papa, eine Frage habe ich aber noch: Wie kann denn eine 6-Jährige in der Nacht das Haus verlassen? Wenn sie um 19 Uhr ins Bett muss und die Eltern noch bis 22 Uhr auf sind, geht das ja gar nicht!”

Einer aufgeweckten 6-Jährigen erklären, wie sie unbemerkt das Haus verlassen kann, fand der Papa eine schlechte Idee.

Lieb wie ich bin, habe ich das übernommen …

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