Die drei Sprachen

1850, zwei Denker, der Zeit weit voraus …

An der Schweiz lebte einmal ein alter Graf, der hatte nur einen einzigen Sohn, aber er war dumm und konnte nichts lernen. Da sprach der Vater ‘höre, mein Sohn, ich bringe nichts in deinen Kopf, ich mag es anfangen wie ich will. Jetzt sollst du fort, und ein berühmter Meister soll es mit dir versuchen.’ Der Junge ward in eine fremde Stadt geschickt, und blieb bei dem Meister ein ganzes Jahr. Nach Verlauf dieser Zeit kam er wieder heim, und der Vater fragte ‘nun mein Sohn, was hast du gelernt?’ Vater, ich habe gelernt was die Hunde bellen’ antwortete er.

So der Text der Gebrüder Grimm. Und heute wie damals ist es möglich, berühmt zu werden, wenn man gar nichts kann! Den Beweis liefert das Ende der Geschichte:

 

… in demselben Augenblick trat der junge Graf in die Kirche, und plötzlich flogen zwei schneeweiße Tauben auf seine beiden Schultern und blieben da sitzen. Die Geistlichkeit erkannte darin das Zeichen Gottes und fragte ihn auf der Stelle ob er Pabst werden wolle. Er war unschlüßig und wußte nicht ob er dessen würdig sei, aber die Tauben redeten ihm zu daß er es thun möchte, und er antwortete ‘ja.’ …

… Darauf mußte er eine Messe singen und wußte kein Wort davon, aber die zwei Tauben saßen stets auf seinen Schultern und sagten ihm alles ins Ohr. 

Jacob Grimm 1785 – 1863 u. Wilhelm Grimm 1786 – 1859

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Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind natürlich rein zufällig …

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