Beim Barbier

Gestern habe ich etwas neues ausprobiert: Ich war beim Barbier! Es war eine Erfahrung der besonderen Art.

Für alle, die mich nicht persönlich kennen: Ich bin bereits 50. Mein Dreitagebart ist definitiv sichtbar! Und ganz bestimmt dichter und fülliger als der Monatsbart des jungen Mannes, der lässig am Stehpult über der Agenda lehnte. Er säuselte mir ein süsses “Hallo” zu. Mich schauderte … Ich fragte, ob ich eine Rasur bekommen könnte oder ob ich einen Termin machen müsste. Er seufzte tief. Und mit einem Kichern sagte er: “Also vor einer halben Stunde wäre spontan möglich gewesen! Aber jetzt ist alles ausgebucht! Morgen Abend hätte ich noch einen Termin frei!” Ich schaute mich in dem Salon um. Es hatte zwei Stühle, 3 Barbiere und 1 Kunden auf einem der Stühle. “Was wäre denn zu tun?”, fragte der junge Mann schliesslich.

“Rasieren”, sagte ich knapp. Er schüttelte mitleidig den Kopf, ein “Tztztz” entwich seinen Lippen, “Leider erst Morgen Abend wieder!”.

Ich weiss nicht recht, aber vielleicht bin ich schon zu alt!? Oder habe ich das Konzept vom Barbier nicht verstanden?

Ich ging davon aus, dass man sich dort rasieren lassen kann. Theoretisch, wenn man das entsprechende Budget zur Verfügung hat, täglich. Denn im Gegensatz zu dem jungen Mann, muss ich täglich rasieren, wenn ich nicht wie ein Kaktus rumlaufen will. Ich stellte mir vor, dass man sich in dem Shop ohne Termin einfach hinsetzen kann und nach vielleicht 30 Minuten frisch rasiert wieder verlassen kann. Ich war sogar darauf gefasst, eine kurze Wartezeit dort zu verbringen.

Weil das nun nicht so war, beschloss ich, meinen Dreitagebart selbst zu entfernen, was mir problemlos innert wenigen Minuten gelang. Und das Geld, das ich für den Barbier nicht brauchte, habe ich nun zur Verfügung für ein paar Bier, ohne Termin.

Mir soll’s recht sein …

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