Banken

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Als ich meinen ersten Laden kaufen wollte, habe ich mich darum bemüht, Geld von einer Bank zu bekommen. In der Schweiz, so dachte ich, wo es mehr Banken als Kühe gibt, sollte das doch kein Problem sein..
Eben … dachte ich! Zuallererst musste ich mich schlaumachen, welche Banken in nützlicher Nähe des Ladens lagen; ich wollte mit den Kassenablieferungen ja nicht zu weit gehen müssen. Also ging ich ohne scheu dorthin und fragte nach, was es denn so für Finanzierungsmöglichkeiten gebe. Mir wurde daraufhin gesagt, dass dies absolut kein Problem sei und dass ich bloss einen Businessplan einreichen müsse; eine Vorlage durfte ich mitnehmen. Zuhause studierte ich die Vorlage – nach ein paar Stunden lesen und nachdenken, im Lexikon Wörter nachschlagen und Freunde anrufen, legte ich das Blatt wieder weg … Nach einigen Kaffees versuchte ich es noch einmal zu verstehen und beschloss dann, alle Wörter, welche ich verstand, in meinen eigenen Businessplan einfliessen zu lassen. So sass ich da mit meinen 50 Worten … und versuchte einen 150 Seiten starken Geschäftsplan für die nächsten 25 Jahre zu erstellen. (Langsam dämmerte mir, warum so viele Firmen so viele Studierte anstellen mussten und warum deren Pläne oft so realitätsfremd sind..)
Nun, irgendwie habe ich es doch zu Papier gebracht, für eine saubere Darstellung und eine ansprechende Optik gesorgt. Gleichzeitig habe ich die Dossiers an alle Banken in der näheren Umgebung gesandt (damit ich dann mit Konkurrenzofferten die Konditionen verbessern konnte) (dachte ich). Durch diese Übung habe ich Folgendes gelehrt: Banken kann man in drei Kategorien einteilen (merken sie etwas: die, die nicht wollen, die die zwar wollen, aber nicht können und die, die nicht können! Die, die nicht wollen, sind die Verbreitetsten: Mit einem Dreizeiler haben solche Banken meinen Businessplan abgewiesen – eher eine Empfangsbestätigung als ein Lösungsansatz; dafür wusste ich, woran ich war. Die zweite Kategorie war sofort bereit, ein persönliches Gespräch zu führen – sobald der zuständige Mitarbeiter aus dem Urlaub zurück war und seine Pendenzen aufgearbeitet hatte … so etwa in 2 Monaten würde es sich dann melden. Kategorie drei war da viel offener: In einem persönlichen Gespräch nach drei Tagen verfügte ich bereits über ein Konto bei dieser Bank; ohne Kreditlimite, aber immerhin..Kredit würde ich sofort erhalten, wenn ich ein Vermögen gleicher Summe als Sicherheit hinterlegen würde..(wenn ich das könnte, wäre ich ja wohl nicht hier..!)
Nach 5 Jahren Geschäftstätigkeit sah es ganz anders aus: Alle Banken wollten mich als Kunden, der Businessplan war nicht mehr wichtig. Kredit? Nein, den gibt’s bis heute nicht ohne Sicherheit … aber Kunde dürfte ich werden und das Institut für den Geldverkehr benutzen. Irgendwie sind mir Kühe lieber..

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