Bahnfahrt, die Dritte

In Zürich angekommen, auf dem Weg zum Seminarort, musste ich mit der S-Bahn weiter. Da der Letzte zwei Minuten zuvor weggefahren war, hatte ich 28 Minuten Zeit, den Nächsten zu erreichen. In Zürich war es immer noch kalt und ich fror. Aber wenn man schon mal vom Land in die grosse Stadt kommt, und fast eine halbe Stunde Zeit hat, kann man sich ja ein bisschen umsehen … ich versuchte, nicht wie ein Landei auszusehen und ging selbstbewusst und zielstrebig über die Strasse und … naja, nachdem ich den Bahnhof wieder gefunden hatte, war mein Zug vor zwei Minuten abgefahren. Also blieb ich am richtigen Gleis stehen und wartete. In der Zwischenzeit hatte mein Seminar begonnen aber ich hatte noch eine 20 Minutenreise vor mir. Mit einiger Verspätung kam ich an und brachte den Tag recht ruhig durch.

Vom Schulungsort aus war es ein kurzer Fussmarsch zum Bahnhof und ich verpasste wieder mal einen Zug, konnte aber diesmal nichts dafür. Ich wartete eine halbe Stunde, fror schon wieder und trank noch einmal einen heissen Kaffee. Wissen Sie was? Am Abend fahren wieder alle Leute zurück, woher sie kamen. In Zürich konnte ich schliesslich direkt in den Zug einsteigen und dort warten. Aber es war eine Hühnerhof – Bahn; an jedem Hühnerhof hielt sie an. Die Fahrt dauerte über eine Stunde. Mehr denn je wünschte ich mir eine verstopfte Nase; bei manchen hielt der Deoduft immer noch an und bei manchen hatte er schon lange versagt …

Irgendwann wurde über die Lautsprecher (der Sprecher hatte eine verstopfte Nase), darüber informiert, dass dieser Zug nicht mehr weiter fahre und alle Fahrgäste aussteigen dürften. Ich stieg aus und musste feststellen, dass es unterdessen kalt regnete. Nach neuerlichen dreissig Minuten Wartezeit kam der Anschlusszug und die letzte Etappe meiner Zugreise brach an. Ich war hundemüde und hätte beinahe meinen Zielbahnhof verschlafen. Letztlich hat es doch geklappt und ich machte mich auf den Weg zu meinem Auto. Es war saukalt.

Ich setzte mich rein und fuhr los, unter dem Scheibenwischer klemmte etwas … Zu lange parkiert; 50.00 Busse. Toll, so richtig mein Tag!

Zuhause angekommen wollte ich nur noch ins Bett. Ich stellte fest, ich hatte meinen Wunsch erfüllt bekommen: Meine Nase war nun verstopft und ich konnte die Nächste zwei Wochen nichts mehr riechen!

Das nächste Mal werde ich wieder mit dem Auto an ein Seminar gehen; wenn ich erkältet im Laden stehe, schade ich den Menschen mehr, als durch die Luftverschmutzung meines Autos.

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