Anweisung

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Neulich musste ich ins Krankenhaus. Eigentlich war es meine Schuld. Nichts schlimmes. Aber mein Hinterkopf musste mit 25 Stichen wieder zusammengesetzt werden und die ausgeschlagenen Zähne  ersetzte der Kieferchirurg mit Transplantaten. Es hätte alles viel schlimmer kommen können.

Schuld an dem kleinen Missgeschick war mein Bestreben, mich immer an Anweisungen zu halten.

Alles begann damit, dass ich in einem Restaurant zum essen war. Es gab in dem Lokal nichts zu bemängeln. Naja, fast nichts. Aber das Essen war einwandfrei, vielleicht sogar zu einwandfrei – im Nachhinein betrachtet.

Irgendwann im Verlauf des Abends musste ich zur Toilette. An der Türe fand sich ein Plakat mit der Aufschrift: “Bitte verlassen Sie die Toilette, wie sie vorher war.“

Und dann machte ich einen Fehler: Ich drückte die Spülung.

Gut – ich versuchte zuerst 30 Minuten lang auf konventionelle Art, die Verschmutzungen wieder herzustellen. Dafür aber war, wie gesagt, das Essen in diesem Restaurant zu einwandfrei.

Ich kam dann auf die glorreiche Idee, dass die Fallhöhe zu gering war. Ich stellte mich deshalb auf den Schüsselrand. Und gerade, als es so richtig losging, bemerkte ich, dass man mit heruntergelassener Hose unmöglich die Schüssel treffen kann. Ich versuchte noch, ein Bein zu heben, doch dann verlor ich das Gleichgewicht.

Als ich wieder zu mir kam, hatte ich bereits die neuen Zähne.

Wie gesagt, es war meine Schuld. Hätte ich die Spülung nicht gedrückt, wäre die Toilette nicht sauberer gewesen als vorher …

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