Antipasti

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Ja, auch ein Dorfladen geht mit der Zeit. So ist es nur logisch, dass wir eine Auswahl an italienischen Antipasti und Frischteigwaren ins Sortiment aufgenommen haben. Dieses erfreute sich auch bald einer grossen Nachfrage.

Wer mich kennt, weiss: Mich darf man kritisieren (wenn man die Reaktion nicht scheut!). Unterlassen sollte man es allerdings, wenn man keine Ahnung hat. So kam es, dass eine knapp Fünfzigjährige vor meiner Theke stand und (natürlich ohne zu grüssen) Antipasti verlangte. Dabei zeigte sie aber auf die Pasta. Ich zählte alle auf: Oliven, Tomaten, Weinblätter … “Nein, ich will Ravioli!” schnauzte sie mich an. Ich versuchte ihr klarzumachen, dass es sich dabei um Pasta handle und nicht um Antipasti.

Entweder, sie wollte mich nicht verstehen, oder sie konnte nicht.

Sie fahre jedes Jahr einmal nach Italien in den Urlaub und sie spreche gut Italienisch und ausserdem hätte ich keine Ahnung …

Jedenfalls resignierte ich und gab ihr die gewünschten Artikel. Ganz zum Schluss füllte ich eine kleine Dose mit Öl und überreichte ihr diese mit den Worten: “Als kleines Dankeschön für ihre belehrenden Worte, schenke ich ihnen einen Becher Antipathie! Sie bedankte sich recht freundlich dafür.

Einige Tage später stand sie wieder an de Theke. Ich machte mich bereit, die Beschimpfungen auf mich herunter prasseln zu lassen; aber es kam anders. „Könnte ich bitte nochmals einen Becher Antipathie kommen?” Leider ist mir letztes Mal die Dose aufgegangen und all das Öl über meine Einkäufe ausgelaufen; ich musste alles wegwerfen und konnte gar nicht probieren!

Natürlich durfte sie die Antipathie nochmal haben. Diesmal packte ich zum Öl ein paar Oliven mit ein … und den Becher verschloss ich diesmal ganz … Ich kann ja so nett sein!

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