Alternative zum Ampelsystem

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Ja, genau! Darauf habe ich gewartet! Unsere Regierung überlegt sich, ein Ampelsystem für Lebensmittel einzuführen. Gemäss einer Studie seien 20-% der Kinder in der Schweiz zu dick. Was für mich wiederum heisst: 80-% sind nicht zu dick (mal ganz abgesehen davon, dass einige Jugendliche sogar unterernährt sind …)

Völlig logisch, dass man bei solch dramatischen Zahlen zu drastischen Massnahmen greifen muss! Ich mach schon mal Platz im Regal! Künftig werden Schokoladetafeln in einer Verpackung von 21x16x5 cm angeboten! Ansonsten würde man ja gar nicht mehr alle Warnhinweise und Deklarationen (in einer auch sehbehindertenfreundlichen Grösse) aufdrucken können! Es braucht die Lebensmitteldeklaration in allen vier Landessprachen (Minderheitenschutz), zusätzlich für den Export mindestens in Englisch, Russisch, Chinesisch, Japanisch, Arabisch, Indisch, Spanisch und Portugiesisch. Ausserdem müssen Ampelsysteme für mindestens 3 verschiedene Länder, Allergieinformationen, Gewichtsumrechnung, Energiemengenangaben (mit Informationen über täglich empfohlene Dosis gemäss WHO, UNICEF und Greenpeace), Anbauweise, Tierhaltungsart und Artenschutzabkommen deklariert werden. Daneben ein Siegel für Produktion ohne Kinderarbeit, delfinsichere, antibiotikafreie, gentechnisch unveränderte und moralisch unbedenkliche Fangmethoden. Ausserdem eine Anwendungsanleitung, Warnhinweise gegen falschen Gebrauch und Schadenersatzausschlussklausel. Zusätzliche Informationen, aus welchen Stoffen diese Verpackung produziert wurde, wie sie zu entsorgen ist und mit welchen Schriftarten sie gedruckt wurden. Soviel Text erfordert ein Impressum.

Ich habe eine bessere Idee: Nach den Hunden müssen nun auch die Menschen mit einem Mikrochip versehen werden! Diese Chips werden dann überall mit Daten geladen! Die Einwohnerkontrolle übernimmt die Grunddaten, die Ärzte fügen (in den nun jährlich obligatorischen Kontrollen!) die Angaben über Gewicht und Ernährungsbeschränkungen hinzu. Kassensysteme müssten die Daten der Artikeldeklaration kennen und der Kunde würde an der Kasse gescannt. Artikel, welche ihm nicht gut tun, weil übergewichtig oder allergisch, würden automatisch gesperrt und aussortiert. Man könnte Datensätze von Glaubensrichtungen oder Lebenseinstellungen speichern. Kein Vegetarier würde aus Versehen tierische Produkte kaufen … Man könnte sogar Schulzeugnisse auf den Chip laden und Buchhändler könnten erkennen, wenn ein Kunde zu dumm für dieses Buch ist, oder er die Sprache gar nie gelernt hat, in welcher es verfasst wurde.

Das Leben könnte so einfach sein, wenn sich der Staat nur ein bisschen mehr einmischen würde …

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Ein Kommentar

  • Hallo lieber Urs Jenni, wieder mal schön satyrisch/satierisch – Im Moment streikt mein Hirn, weiß nicht, wie’s geschrieben wird. Da haben Sie ja einen Menge Fakten zusammen-
    getragen – aber Recht haben Sie.Ich ärgere mich auch immer über die staatlich Gängelei.
    Liebe Grüße – Ihre immer wieder erfreute Leserin Gisela Pers –

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