Alle Vorurteile erfüllt

Lesezeit: 2 Minuten

Das war wieder einmal ein Erlebnis, wie ich es mag. Sonntag Abend, Burger King im Hauptbahnhof Zürich. Genau. Zürich in der Schweiz. Hauptbahnhof. Einer der teuersten Geschäftsstandorte der Welt. Was sich allerdings nicht auf die Preise in Fastfood Restaurants auswirkt. Die sind in der Schweiz generell teurer als im Ausland.

Während ich meine Bestellung aufgab, stellte sich an der Kasse nebenan ein Frau mit einem Rucksack an. Das gibt’s an Bahnhöfen öfters. Auch normal, dass diese Menschen oft aus dem Ausland kommen.

Eigentlich erfüllte sie sämtliche Vorurteile. Sie war unverkennbar eine Deutsche. Und keineswegs eine Sympathiebotschafterin.

Jedenfalls konnten alle Anwesenden erfahren, dass der Kiosk gegenüber ein Drecksladen sei, weil man dort nicht mit Euro bezahlen könne.

Naja, vielleicht hatte die Damen nicht mitbekommen, dass sie sich nicht in der EU und schon gar nicht in der Euro-Zone befand. Wer hier eine Fremdwährung annimmt, tut es freiwillig. Jedenfalls war sie sehr froh, dass dies im Burger King möglich sei. Die ergänzende Auskunft der Kassiererin, dass sie ausschließlich Noten und keine Münzen akzeptieren könne, verärgerte die Dame aber gleich wieder.

Und dann wollte sie wissen, was denn ein Burger hier kosten würde. Ihr wurde gesagt: “Sieben Euro.”

Ich habe persönlich viele Freunde in Deutschland oder Deutsche in der Schweiz und keine Probleme damit. Gerade deshalb wollte ich den Vorschlag machen, sie dürfte mir die Sieben Euro in in Münzen geben, und ich würde den Burger auf meine Rechnung nehmen – da schimpfte sie auch schon los! Es wäre eine riesen Frechheit, so viel für einen Hamburger zu verlangen und überhaupt wäre das alles abzocke. Und dann stapfte sie aus dem Restaurant davon und fluchte weiter vor sich hin.

Ich glaube nicht, dass sie an diesem Abend im Bahnhof von Zürich etwas zu essen kaufen konnte. Aber eigentlich hatte ich nun auch kein Mitleid mehr. Wenn ich im Ausland bin, die Landeswährung nicht habe und von der heimischen offenbar weniger als zehn, dann bleibe ich wenigstens freundlich.

Ach ja: es war ein Sonntag im November. Sie trug Sandalen und Socken. Noch fragen? Eben …

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Ein Kommentar

  • ToraxMalu

    *Schmunzeln* Sieh es meinen Landsleuten ein bißchen nach – der Große Kanton ist soooo groß, wir können uns solche “netten Leute” im inneren leisten ;)Die Reaktion auf das Wechselgeld wäre interessant gewesen, es wird ja nur in Schyzer Fränkli gezahlt… *G* Ich habe noch die Worte meine britischen Chefs im Ohr über den CHF: “It’s monopoly money, and why I get always the change in CHF?!” (“Es ist Spielgeld – und warum bekomme ich ständig das Wechselgeld in CHF zurück?!” – Noch fragen? ;)

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