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Tag: Mädchen

Sie sah hinreissend aus. Wahnsinn.

Wunderschöne, grosse Augen. Sie stellte sich vor mich hin, stemmte ihre Arme in auf den Hüften ab und sah mir ins Gesicht. Nicht schüchtern, nicht verlegen. Sie war einfach da … und wäre sie nicht 36 Jahre jünger als ich gewesen, die Begegnung hätte mich sehr, sehr bewegt.

Aber eben, sie war 5. „Hast du meine Oma gesehen?" fragte sie.

Enkeltrick? „Wer ist denn deine Oma?" fragte ich zurück. Sie nannte mir einen Namen, den ich nicht kannte. „Wie sieht sie denn aus?" fragte ich nach. „Sie trägt ein Shirt, so aus Wolle. (Ein Shirt aus Wolle? Ich versuchte, mir so etwas nicht vorzustellen!) Orange, gelb und grün! (Ich hatte immer stärker den Wunsch, die Oma nicht zu finden …)Und wenn wir (wir??") sie gefunden haben, müssen wir Mami suchen …"

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Neben mir im Zug eine Mutter mit zwei Kindern und zwei Gitarrentaschen. Ein kleines Mädchen, etwa drei Jahre alt, mit Fahrradhelm auf dem Kopf, stellt sich neben die Familie. “Darf ich bitte hier sitzen?”

Die Frau lächelt und nickt, nimmt die Instrumente vom Sitz weg und stellt sie auf den Boden. “Was ist da drin?” fragt die Kleine. “Gitarren” antwortet die Frau. “Gehst du Musik machen und die Kinder schauen zu?” “Nein, die Gitarren gehören den Kindern.” “Und dann spielen die und du schaust zu?” Die Frau und die Tochter lächeln. “Ja, genau so.”

 

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Ach ja, wieder so ein Tag. Warenlieferung, Arbeit ohne Ende. Wenig Kunden, bei schönem Wetter, klar. Regale auffüllen, Getränke stapeln, Salat befeuchten.

Und zwischendurch eine Kundin. Oder ein Kunde.

Der Laden, Selbstbedienung mit bedienter Käsetheke. Also muss ich meine vielfältigen Arbeiten gelegentlich unterbrechen und bedienen.

Bedienen bedeutet: Angefangene Arbeit so verlassen, dass niemand darüber stolpert, Hände waschen, abtrocknen, Kundenwunsch erfragen und das entsprechende Produkt aus der Theke nehmen, Stück abschneiden, einpacken, weitere Stücke verkaufen und verpacken. Messer waschen, Käse verpacken und wegräumen, Hände waschen und schliesslich an die Kasse zum einkassieren.

Soweit so gut.

Und dann kommt da jener Mann, nach Harz riechend. Schwere Arbeiterschuhe, Sägeschutzhose in Tannengrün. Waldarbeiter-Jacke, Sägespähne im Haar. Ein stattlicher Mann. Gross und stark.

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Kindermund tut Wahrheit kund … dieses alte Sprichwort stimmt immer noch. Ich mag es, wenn man Dinge beim Namen nennt.

Was nützt es, die Konkurrenz als Mitbewerber zu bezeichnen? Dass man von einem Mitbewerber geschlagen wird und nicht von einem Konkurrenten? Ist es dann weniger schlimm? Irgendwie kollegial? Oder im Berufsleben: Man hat heute keine Schwächen mehr – man hat Potential …

Da lob ich mir doch die Kleine von Neulich im Laden.

Sie war etwa 5 Jahre alt. Grosse blaue Augen, blonde Locken, Wuschelkopf. Sommerröckchen. Wäre ich 5, ich hätte mich verliebt. „Mami, hast du gesehen: Der Mann hat eine Glatze?!“ Mami hob den Kopf, sah ihre Tochter an, sah zu mir und senkte den Kopf wieder. Ihre Wangen röteten sich. Halb flüsternd sagte sie zu ihrer Tochter: „Es haben eben nicht alle Haare! Aber das muss man nicht so laut sagen!“ Ich habe es dennoch gehört …

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Es war einmal eine hübsche, junge Frau, die lebte in einem grossen Haus mit vielen Fenstern. Sie war nie allein in diesem Haus; sie hatte viele Freunde und ihre Familie kümmerte sich um ihr Wohlergehen. Ihre drei Brüder sorgten für ihre Sicherheit und beschützten das Mädchen, sobald sie das Haus verliess. Ihre Kleider suchte sie sich sorgfältig aus und sie verwendete viel Zeit für ihr Aussehen. Ihre Füsse kleidete sie stets in goldene Schuhe. Ich bin ihr vor wenigen Stunden im Einkaufszentrum begegnet. Und wisst ihr was ich noch hässlicher finde als Ballerinas? Goldene Ballerinas …!!!

Die Vorgeschichte gibt es hier: Ballerinas

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