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Tag: Kundin

Vergesslichkeit durch technische Hilfsmittel zu kompensieren, ist clever. Auch ich brauche in der Zwischenzeit öfters eine Einkaufsliste. Soweit, so gut.

Aber: Wenn ich die Liste abstreichen muss, weil ich mir nicht merken kann, welche Artikel ich von meiner Liste bereits im Einkaufswagen habe, so zeugt dies nicht von enormer Merkfähigkeit. Merken Sie etwas? Genau – ich mag Einkaufslistenabstreicher nicht …

Und was muss mir passieren? Logisch: Eine Einkaufslistenabstreicherin kann nicht einfach heimlich und leise einkaufen, nein, Madame muss auffallen!

Besagte Dame im Dorfladen. Gesamtverweildauer über 2 Stunden. Für 12 Artikel auf der Liste. Warum ich weiss, wieviel sie auf der Liste hatte?

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Seh’ ich wirklich so bescheuert aus? (Nein, ich möchte darauf keine Antwort!)

Später Nachmittag im Dorfladen, ich mich auf meinen Feierabend freu, eine meiner Lieblingskundinnen auf mich zustechend. In der Hand einen Salat.

Meine Alarmhärchen im Nacken würden, wenn sie Beine hätten, einen Unterstand suchen …

«Sie, sie sind doch hier der Chef?» Der Unterton in ihrer Stimme gefiel mir gar nicht und meine Nackenhaare zogen sich die Schutzmasken an.

«Manchmal!» sagte ich «aber ich bin immer schuld an allem …!» «Dann bin ich ja bei ihnen richtig!» Ich war mir dessen nicht so sicher. weiter lesen…

Ich weiss nicht, woran es liegt. Vielleicht, weil ich von hinten schöner bin, als von vorne … oder bin ich zu schnell? Immer schon vorbei?

Jedenfalls ist es eine Tatsache, dass ich im Laden immer von hinten angesprochen werde und nicht von vorne. Egal, ob von Kunden oder von Mitarbeitern.

Die Leute schauen mich an, manche grinsen, manche nicken, manche lächeln, manche schauen weg. Und kaum bin ich 5 Meter weit weg, rufen sie mir etwas nach.

Nun, wer die Geschichten aus dem Dorfladen kennt, weiss: Es gibt Dinge, die sollte man nicht tun. Und die Liste dieser Dinge wird länger und länger … Mich von hinten ansprechen ist nicht erst seit gestern auf der Liste.

"Sie, darf ich Sie etwas fragen?" hörte ich eine Stimme aus dem Hintergrund.

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Wieder einmal … ja, genau jetzt fällt mir auf, dass viele meiner Geschichten mit „Wieder einmal“ beginnen. Hmmm … natürlich, es sind auch immer wieder die gleichen Situationen, die gleichen Kunden …

Genau so eben auch heute. Ich auf Knien vor einem Regal, die neuen Verfalldaten verfluchend. Eigentlich bin ich ja froh, wenn die neuen Kekse zwei Monate länger haltbar sind, als die bereits im Laden befindlichen. Dennoch; all die Kartons rausnehmen und neu einschichten nervt …

Und in dieser Lage von hinten ohne Gruss angequatscht zu werden, ist nicht das, was mir den Tag versüsst …

„Wo finde ich …“ hörte ich eine reife Frauenstimme „…ach, ich hab’s grad!“

Ich drehte meinen Kopf in Richtung Stimme. Sie lächelte mir ins Gesicht. Mit freundlicher Stimme sagte sie: „Wenn ich jünger wäre, würde ich jetzt sagen: Das Schicksal hat uns zusammengeführt …!“

Ihre Wangen erröteten. Ich sagte nichts …

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Die klassische Zusammensetzung: Ich, unterkoffeiniert, die alte Dame ohne Begrüssung an mich herangetreten.

Es war absehbar. „Haben sie keine Ananas?” Hmm …

„Doch, natürlich haben wir keine Ananas!”

„Ich habe nichts gesehen!”

„Ich werde es ihnen zeigen; hier, das sind keine Ananas!” Ich zeigte ihr die Äpfel.

„Das sind keine Ananas, das sind Äpfel!”

„Ja eben, Sie suchen ja keine Ananas!“ weiter lesen…

Jaja, ich weiss: Ich bin böse. Aber manchmal sind wirklich die Kunden schuld daran! Alte Damen zum Beispiel. Nicht dass ich etwas gegen solche hätte; das sind gute, treue Kunden. Aber eben: Manchmal auch unheimlich belehrend. Und genau das mag ich nicht.

Wenn mir nun also eine Vorantike einen Joghurtbecher unter die Nase hält und mich mit den Worten: „Der ist verfallen!“ begrüsst, so ist dies kein guter Einstieg.

Sie können sich vorstellen, wenn ich es so schreibe, dann könnte es so geschehen sein … Ich sah mir den Becher genau an. Verkaufsdatum von Heute, Verbrauchsdatum in drei Tagen.

„Meine Liebe,“ begann ich freundlich, „wissen Sie, welcher Tag heute ist?“ Sie nannte mir das Datum. „Genau. Das heisst, dass dieser Joghurt bis heute verkauft werden darf und die nächsten drei Tage garantiert noch geniessbar ist!“ „Ich bezahle sicher nicht den vollen Preis, für einen Joghurt, welcher heute verfällt!“

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Sie sah hinreissend aus. Wahnsinn.

Wunderschöne, grosse Augen. Sie stellte sich vor mich hin, stemmte ihre Arme in auf den Hüften ab und sah mir ins Gesicht. Nicht schüchtern, nicht verlegen. Sie war einfach da … und wäre sie nicht 36 Jahre jünger als ich gewesen, die Begegnung hätte mich sehr, sehr bewegt.

Aber eben, sie war 5. „Hast du meine Oma gesehen?" fragte sie.

Enkeltrick? „Wer ist denn deine Oma?" fragte ich zurück. Sie nannte mir einen Namen, den ich nicht kannte. „Wie sieht sie denn aus?" fragte ich nach. „Sie trägt ein Shirt, so aus Wolle. (Ein Shirt aus Wolle? Ich versuchte, mir so etwas nicht vorzustellen!) Orange, gelb und grün! (Ich hatte immer stärker den Wunsch, die Oma nicht zu finden …)Und wenn wir (wir??") sie gefunden haben, müssen wir Mami suchen …"

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Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin ehrlich der Meinung, man kann nicht alles können. Aber man kann alles lernen. Dafür gibt es Schulen und Institute. Das kostet etwas.

Und man kann Dinge auch selbst erlernen, durch ausprobieren. Zum Beispiel Kochen. Ich lese ein Rezept und koche danach. Und weil ich einige Erfahrung habe, ersetze ich gewisse Zutaten mit anderen oder verändere die Mengen.

Wenn ich für Besuch koche – keine Experimente! Da koche ich etwas, was ich bereits ausprobiert habe. Ich!

Aber es gibt tatsächlich Menschen, die im Dorfladen fragen: „ Ich will ein Carpaccio für meine Gäste machen; welches Fleisch muss ich da nehmen?“

Halloo? Wenn ich etwas Neues ausprobieren will, schaue ich ins Rezept und gehe in die Metzgerei und verlange genau das Fleisch, welches dort erwähnt wird! Aber nein, die lieben Kunden erwarten, dass ihnen der Metzger genau sagt, was sie nehmen müssen und wie sie es zubereiten sollen. Und am nächsten Tag beschweren sie sich, es wäre zäh gewesen, oder verbrannt …

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Es gibt Menschen, welche unter einem Vorwand, etwas zu sein, Dinge tun, welche sie sich sonst nicht trauen würden. Das kann man. Aber man kann es auch lassen. Vor meinem Laden Dinge zu tun, welche mich und meine Kunden betreffen, die sollte man besser lassen.

So kam es, dass eine jüngere Kundin in den Laden kam und erzählte, draussen stehe einer, welcher sie angepöbelt hätte. Nun, das hätte dieser nicht tun dürfen; schon gar nicht vor meinem Laden! weiter lesen…

Haben Sie schon einmal einer Kuh beim wiederkäuen zugesehen? Stehen oder liegen seelenruhig herum und bewegen den Unterkiefer in kreisenden Bewegungen unter dem Oberkiefer durch. Gemütlich – wenn ich mir vorstelle, wie viel mehr haben Kühe vom essen. Slow Food in Perfektion. weiter lesen…

Es ist ein schleichender Prozess, man nimmt es fast nicht wahr. Und wenn man es bemerkt, will man es nicht glauben: Die Sehschärfe lässt nach und eine Brille wäre nötig. Aber die Ästhetik, die Kosten, unpraktisch; alle Sinne sind auf Abwehr eingestellt. Erst das unsanfte zusammenprallen mit einem Bus, welchen man gerade übersehen hat, öffnet einem die Augen. weiter lesen…

Ostern ist eine sehr mühsame Zeit. Eier, Eier und nochmals Eier … überall! Und das in einer Zeit, wo eigentlich gar nicht so viele Eier auf dem Markt wären, weil die alten Hühner üblicherweise durch Jüngere ersetzt werden. Und alle wollen weisse Eier, weil die Farben besser zur Geltung kommen, als auf den Braunen. Eier sind eine eher eine Philosophie als ein Nahrungsmittel – damit meine ich nicht die Frage: Was war zuerst! weiter lesen…

Unser Dorfladen ist bekannt für die grosse Auswahl an Käse; nicht zuletzt, weil ich selbst Käse liebe. Es gibt kaum eine Sorte, welche ich nicht kenne. Manche Touristen haben entdeckt, dass man Käse auch als Souvenir mitnehmen kann; die ganz guten Touristen kaufen den Käse bei mir! weiter lesen…

Meine Herren … haben Sie es jemals gewagt, einer Frau zu sagen, sie habe breite Füsse? Ja? Und wie lange mussten Sie anschliessend aus der Schnabeltasse trinken? Zwei Wochen? Ja, ich weiss … weiter lesen…

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