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Kategorie: Der Dorfladen
Manchmal ist es interessant zu beobachten, wie sich Wörter in den Alltag einschleichen. Anfangs findet man sie lächerlich und unpassend und irgendwann benutzt man sie als selbstverständlich. Geil zum Beispiel. Heute ist alles geil. Geiles Rezept, geiler Ausflug, geile Frisur … sogar Geiz sei geil …
Und derzeit schwören alle jungen Leute. Ich schwör, Mann!
Neulich im Dorfladen, ein Ehepaar. Er, ganz bestimmt ein Lehrer. Und irgendwo in den siebziger Jahren hängengeblieben. Manchesterjacke mit Lederflicken an den Ärmeln. Seine Haare waren bestimmt schon einmal dichter und weniger grau. Und sicher schon mal länger. Aber er hatte seine revolutionären Ansichten abgelegt. Spätestens am Traualtar.
Ich stelle mir vor, er hat damals nicht “ja” gesagt – nur einfach nicht “nein”. Und diesen Fehler bereut er bestimmt noch heute. Jedenfalls kam es mir so vor.
Sie stand mit beiden Füssen fest auf dem Boden! (Naja, bei dem Gewicht ist es auch schwer, die Beine anzuheben). Und sie hatte unverkennbar die Hosen an. weiter lesen…

Immer das Gleiche nach den Sommerferien. Die Kunden waren im Ausland und wollen sich den Urlaub zuhause verlängern. Und mein Lieferant kommt genau im richtigen Augenblick mit dem passenden Produkt. Gazpacho Andaluz in der Glasflasche. Fixfertig und durchaus geniessbar.

Ich gebe es zu: Ich hatte die Nachfrage unterschätzt. Rasch musste nachbestellt werden. Der Lieferant seinerseits schien das gleiche Problem zu haben – jedenfalls ging die Suppe in meinem Laden aus und konnte nicht ersetzt werden. Soweit noch kein Drama, wäre da nicht dieser unsympathische Mann hinter dem Regal aufgetaucht.

“Ihnen fehlt etwas!” begrüsste er mich. ‘Dir auch!’ dachte ich und fragte dann recht freundlich, was mir den fehlen würde.

“Die neue Flasche, mit dem, ähm, ja, wissen Sie, Sie haben es jetzt neu ….!” “Wir haben jeden Tag mehrere Neuheiten, da bräuchte ich schon ein paar genauere Angaben!” Eine kleine Frau hatte sich zwischenzeitlich neben ihn gestellt und betrachtete mich mit grossen Augen. “Wissen Sie, das Rote, welches man in Italien bekommt” mischte sie sich ein. Er verdrehte die Augen. weiter lesen…

Gemäss einer neuen Studie gehen die Wissenschaftler davon aus, dass 50% aller Frauen mindestens einmal im Leben fremdgehen. Somit hätte das weibliche Geschlecht die Männerquote erreicht. Unklar seien derzeit die Gründe, welche zu Untreue führen.

Halloooo??!! Wieder mal eine Studie am Schreibtisch verbrochen?? Liebe Forscher: Kommt einfach mal in den Dorfladen und macht die Augen auf!

Ich kann es euch erklären! Es gibt zwei Grundtypen von Frauen. Die Unscheinbaren und die “Gründe”. Die Unscheinbaren nimmt man nicht wirklich wahr und sie sind unspektakulär. Sie machen vielleicht einen Drittel der Kundinnen im Laden aus.

Die restlichen Kundinnen sind “Gründe”! “Gründe” kann man in zwei Gruppen einteilen: Grund, mit ihnen fremdzugehen und Grund, wegen ihnen fremdzugehen.

Wenn ich dann die Begleitpersonen der Frauen analysiere, komme ich zu folgendem Schluss: Die Unscheinbaren haben unscheinbare Begleiter. Die “Gründe” jedoch sind genau überkreuzt zusammen. “Gründe” “für” sind immer in Begleitung eines Partners aus der Kategorie “wegen” und umgekehrt. Liebe Forscher: Es ist absolut logisch, dass diese zwei Drittel der Menschen fremdgehen wollen! weiter lesen…

Wenn sich ein Gewitter nähert, so kündigt sich dieses durch Donnergrollen an. Ganz ähnlich machen dies die Problemkunden.

Wenn sich hinter meinem Rücken eine Person mit: “Siiiieeeee?? Darf ich Sie etwas fragen??” nähert, dann ist es kein gutes Vorzeichen.

Wenn dieser Mensch einen Artikel in der Hand hält, erst recht.

Und wenn dieser Artikel ein Sonderangebot ist, dann kommt das “Siiiieeee” den Sturmwarnleuchten am See gleich.

Jedenfalls sah ich mir den kleinen Mann genau an. Ach ja: Ich mag hautfarbene Textilien bekanntlich nicht. Was ich bislang nicht wusste: Es gibt hautfarbene Socken. Und Menschen, welche Socken in Sandalen tragen. Was in der Regel auch einen Menschen aus Deutschland hindeutet. Nun, offenbar hat die Modesünde den Weg auch in die Schweiz gefunden …

Für seine Krampfadern konnte er wohl nichts … aber wenn er sie ausreichend gefüttert hätte, hätten sie wohl nicht nach mir geschnappt …

“Siiieeee? Was bedeutet es, wenn auf dem Fleisch steht: ‘Aufgetaut. Nicht mehr einfrieren!’?” Ich schaute mich um. Versteckte Kamera?

“Heisst das, dass das Fleisch schon einmal gefroren war?” hakte er nach. weiter lesen…

Eigentlich sind ja nicht die Kunden doof, sondern die Anbieter. Warum muss man den Dingen auch Namen verpassen, welche kein Mensch aussprechen kann, ohne sich lächerlich zu machen … (deshalb trinke ich im Ausland nur Cola …)

Naja, die Kunden könnten ja auch mal im Laden die Augen aufmachen und die Produkte selber suchen, statt immer gleich danach zu fragen.

Nun aber zur heutigen Begegnung.

Kommt so ein Mensch auf mich zu, dynamisch wie ein Stück nasses Weissbrot. Da fällt mir gerade ein: Wenn eine Scheibe Weissbrot im Teich vor eine Ente schwimmt … ja, da muss man dagegen hacken …

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Als der Mann den Laden betrat, fiel er mir sofort auf.

Ich sah ihn an und dachte mir: Es gibt schon unterschiedliche Menschen … Ich jedenfalls würde nicht bei 12 Grad Aussentemperatur nur mit Jeans und T-Shirt bekleidet das Haus verlassen. Geschweige denn in einen Laden einkaufen gehen. Naja, das kann man … sogar bei mir im Dorfladen. Allerdings: Auffallen sollte man bekanntlich nicht …

Er machte drei Fehler. Der Erste war, dass er keinen Einkaufswagen benutzte … ich mag Kunden lieber, wenn sie mehr kaufen. Egal, damit kann ich leben …

Fehler Zwei: weiter lesen…

Vergesslichkeit durch technische Hilfsmittel zu kompensieren, ist clever. Auch ich brauche in der Zwischenzeit öfters eine Einkaufsliste. Soweit, so gut.

Aber: Wenn ich die Liste abstreichen muss, weil ich mir nicht merken kann, welche Artikel ich von meiner Liste bereits im Einkaufswagen habe, so zeugt dies nicht von enormer Merkfähigkeit. Merken Sie etwas? Genau – ich mag Einkaufslistenabstreicher nicht …

Und was muss mir passieren? Logisch: Eine Einkaufslistenabstreicherin kann nicht einfach heimlich und leise einkaufen, nein, Madame muss auffallen!

Besagte Dame im Dorfladen. Gesamtverweildauer über 2 Stunden. Für 12 Artikel auf der Liste. Warum ich weiss, wieviel sie auf der Liste hatte?

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Die Erkenntnis ist nicht neu: Nicht jeder, der etwas tut, tut es gut. Aber bekanntlich ist dies für viele kein Grund, es wieder aufzugeben. Ganz offensichtlich ist dieses Phänomen beim Singen zu beobachten.

Zugegeben: Es ist auch Geschmacksache. Aber das meine ich gar nicht. Es geht mehr um das “Mundwerkliche” … das treffen von Tönen und das kennen von Texten. Und nicht jeder, der es nicht kann, geht zum Fernsehen …

Manche gehen damit in den Dorfladen.

Ich gestehe: Ich kann nicht singen! Für mich Grund genug, es nicht zu tun. Aber ich kann mir Melodien und Texte merken, Lieder erkennen und einem Interpreten zuordnen.

Das kommt mitunter davon, dass im Laden ständig Musik läuft, ebenso im Auto und zu Hause.

Ich verstehe aber nicht, wie man ein Lied singen kann, während aus dem Lautsprecher ein ganz Anderes erklingt. weiter lesen…

Seh’ ich wirklich so bescheuert aus? (Nein, ich möchte darauf keine Antwort!)

Später Nachmittag im Dorfladen, ich mich auf meinen Feierabend freu, eine meiner Lieblingskundinnen auf mich zustechend. In der Hand einen Salat.

Meine Alarmhärchen im Nacken würden, wenn sie Beine hätten, einen Unterstand suchen …

«Sie, sie sind doch hier der Chef?» Der Unterton in ihrer Stimme gefiel mir gar nicht und meine Nackenhaare zogen sich die Schutzmasken an.

«Manchmal!» sagte ich «aber ich bin immer schuld an allem …!» «Dann bin ich ja bei ihnen richtig!» Ich war mir dessen nicht so sicher. weiter lesen…

Seit rund zehn Jahren trage ich die gleiche Frisur. Für mich als dynamischen Einzelhandelskaufmann zu lange! Deshalb habe ich mich mit dem Gedanken beschäftigt, meinen Haarschnitt zu verändern. Ausgefallen, modern, dennoch dem Alter entsprechend und alltagstauglich sollte es sein.

Ich ging also an den Kiosk, einige Zeitschriften besorgt. Mode, Klatsch, Lifestile.

Recht schnell stellte ich fest: Es gibt Männer, welche eine Frisur tragen, die zwar modern ist, aber sie selber schlicht 50 Jahre zu alt dafür sind.

Färben kommt für mich schon mal nicht in Frage; eigentlich auch nicht nötig, denn ich habe noch kein einziges Graues!

Dauerwelle vielleicht? Nein … das hatte ich mit sechzehn Jahren schon. Mal als Welle, mal als Afro. Ausgesehen hat es, wenn ich die Fotos heute anschaue, nie gut …

Punkig? Ich könnte mir einen Irokesenschnitt zulegen. Das wäre ausgefallen, und ich habe es noch nie gehabt … aber dafür fühle ich mich nun doch schon etwas zu alt. Und alltagstauglich … nein …

Mittelscheitel? Seitenscheitel? Alleine kam ich nicht weiter. weiter lesen…

Partnersuche ist nicht leicht, ich weiss. Die modernen Hilfsmittel machen es heute aber zunehmend einfacher, jemanden kennenzulernen.

Neulich habe ich ein solches Date beim Mittagessen im Restaurant beobachten können.

Er sass bereits, mit Zigaretten spielend vor einem Bierglas. Seine grauen Haarsträhnen schienen Wasser nur von schlechtem Wetter zu kennen und seinen Anzug hatte er vermutlich vor vierzig Jahren im Winterschlussverkauf erstanden.

Plötzlich betrat sie den Raum. Ende dreissig in einem Rock für Ende sechzig … eine Frisur für niemals und eine Handtasche von anno dazumal.

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Überraschung! Damit hätte nun wirklich kein Mensch gerechnet!

Die Hersteller wollen die vom Bund zu viel bestellten Schweinegrippe-Impfdosen nicht zurücknehmen. Damit berappt der Bund die vollen 84 Millionen Franken für 13 Millionen Dosen. Über 10 Millionen Dosen davon wurden nicht gebraucht.

Solche Schlagzeilen musste ich heute lesen.

Wie naiv kann eine Regierung sein? Wie realitätsfremd? Welche Firma würde wohl das Jahrhundertgeschäft mit der Lieferung von Medikamenten machen und anschliessend, nur so, weil der Besteller nicht alles aufbraucht, die Ware zurücknehmen?

Im Dorfladen kann man für jeden Anlass Getränke bestellen und alles, was man nicht braucht, zurückgeben. Anschliessend stelle ich die Rechnung für die effektiv gebrauchten Waren und die Kunden sind zufrieden. weiter lesen…

Kennen Sie das? Lange legen Sie sich einen Begriff oder einen Satz zurecht – und im Moment, wo man ihn braucht … vergessen.

Oder eine andere Frage, als man erwartet.

So erinnere ich mich an eine Situation an einer Fastfood Theke in Australien. Ich, nach neun Monaten Englischkurs (der Kursleiter ein Brite, welcher am Hof der Queen gearbeitet hatte und dementsprechend ein extrem englisches Englisch unterrichtete). Ich überlegte mir, was ich bestellen wollte und formulierte den Satz ganz genau.

Die Frau hinter der Theke grüsste mich mit den Worten: „G‘Day, haya doing?” (oder so ähnlich klang es). Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Im Gegensatz zum Amerikaner, will der Australier wirklich wissen, wie es dir geht (selbst wenn du dein Oxfordenglisch in diesem Moment verfluchst). Ich verstand die Frage trotzdem und antwortete, so gut es ging. Nach der Frage nach dem Empfinden, folgten Fragen zu Herkunft und Ziel … Schliesslich, nach einigen Minuten Gerede, folgte die Frage, was ich denn eigentlich essen möchte …

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Ich weiss nicht, woran es liegt. Vielleicht, weil ich von hinten schöner bin, als von vorne … oder bin ich zu schnell? Immer schon vorbei?

Jedenfalls ist es eine Tatsache, dass ich im Laden immer von hinten angesprochen werde und nicht von vorne. Egal, ob von Kunden oder von Mitarbeitern.

Die Leute schauen mich an, manche grinsen, manche nicken, manche lächeln, manche schauen weg. Und kaum bin ich 5 Meter weit weg, rufen sie mir etwas nach.

Nun, wer die Geschichten aus dem Dorfladen kennt, weiss: Es gibt Dinge, die sollte man nicht tun. Und die Liste dieser Dinge wird länger und länger … Mich von hinten ansprechen ist nicht erst seit gestern auf der Liste.

"Sie, darf ich Sie etwas fragen?" hörte ich eine Stimme aus dem Hintergrund.

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Wieder einmal … ja, genau jetzt fällt mir auf, dass viele meiner Geschichten mit „Wieder einmal“ beginnen. Hmmm … natürlich, es sind auch immer wieder die gleichen Situationen, die gleichen Kunden …

Genau so eben auch heute. Ich auf Knien vor einem Regal, die neuen Verfalldaten verfluchend. Eigentlich bin ich ja froh, wenn die neuen Kekse zwei Monate länger haltbar sind, als die bereits im Laden befindlichen. Dennoch; all die Kartons rausnehmen und neu einschichten nervt …

Und in dieser Lage von hinten ohne Gruss angequatscht zu werden, ist nicht das, was mir den Tag versüsst …

„Wo finde ich …“ hörte ich eine reife Frauenstimme „…ach, ich hab’s grad!“

Ich drehte meinen Kopf in Richtung Stimme. Sie lächelte mir ins Gesicht. Mit freundlicher Stimme sagte sie: „Wenn ich jünger wäre, würde ich jetzt sagen: Das Schicksal hat uns zusammengeführt …!“

Ihre Wangen erröteten. Ich sagte nichts …

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Manche Tage sind einfach gut. Und ebenso, wie jede Münze zwei Seiten hat, geht es auch mit guten Tagen so. Nun; dieser war von der Rückseite!

Manche Menschen sind einfach unsympathisch. Dafür können sie in der Regel nichts. Er auch nicht. Aber sein Verhalten bestätigte den ersten Eindruck.

Mögen Sie es, wenn ihnen ein fremder Mensch so nahe kommt, dass Sie an seinem Atem riechen können, was er vor einer Stunde gegessen hat? Bei ihm konnte ich riechen, was er gestern Morgen zum Frühstück hatte. Und das war keine Qualität! Wer mich kennt, weiss, dass ich es nicht nur nicht mag – ich hasse es! weiter lesen…

Fremdsprachen sind nicht Jedermanns Sache. Meine auch nicht. Aber im Alltag haben sich doch viele Fremdwörter eingeschlichen, welche man auch deuten kann, wenn man die Sprache nicht spricht.

Im Dorfladen verkaufen wir auch zahlreiche Importprodukte, logisch. Und viele davon sind „international“ beschriftet.

Auffallend ist dies, wenn man Tiefkühlprodukte auspackt. Und wenn man dies im Laden tut, während Kunden dabei sind, so wird man oft beobachtet dabei. Wie eben ein junger Mann. Staunend beobachtete er meine Tätigkeit. Er las jede Aufschrift. Seelachsfilets, Fischstäbchen aus Dorsch, Forellen …

Schliesslich wollte er zu jedem Produkt wissen, wo diese Fische gelebt hätten und wie man sie zubereiten müsse. Kurz: er begann zu nerven …

„Wenn sie schon so interessiert sind, könnten sie doch gleich mit anpacken“ sagte ich schliesslich.

Er tat es. Schachtel um Schachtel verteilte er in der Tiefkühlabteilung. Immer vor den Schrank, in welchem das Produkt eingefüllt werden musste.

Schliesslich hielt er inne. Lange schien er etwas zu suchen. Schliesslich kam er zu mir und fragte: „Wo ist denn der Stor Belo eingeräumt?“ weiter lesen…

Die klassische Zusammensetzung: Ich, unterkoffeiniert, die alte Dame ohne Begrüssung an mich herangetreten.

Es war absehbar. „Haben sie keine Ananas?” Hmm …

„Doch, natürlich haben wir keine Ananas!”

„Ich habe nichts gesehen!”

„Ich werde es ihnen zeigen; hier, das sind keine Ananas!” Ich zeigte ihr die Äpfel.

„Das sind keine Ananas, das sind Äpfel!”

„Ja eben, Sie suchen ja keine Ananas!“ weiter lesen…

Dass sich die Leute wie Geier auf jeden Degustationshappen stürzen, daran habe ich mich gewöhnt. Dass sie dabei jeden Anstand verlieren, auch. (Da haben die Geier bereits einen Pluspunkt: Die stürzen sich darauf, weil sie Hunger haben!) Aber: kann man nicht wenigstens anständig essen? Muss man sich den Mund vollstopfen, das nächste Stück sofort nachschieben und mit vollem Mund reden?

Ein Lackaffe in Designerklamotten, wahrscheinlich noch nie gearbeitet und eine Frau im Schlepptau, welche Heidi Klum spielend in den Schatten stellen würde …

Naja, die inneren Werte …

Jedenfalls kannte er sich mit Nahrungsmitteln nicht aus und seine Begleiterin klärte ihn auf. „Du erleuchtest mich!“ sagte er zu ihr. (Erleuchten? Schmücken wäre wohl eher das treffende Wort …)

Der Typ schmatzte wie eine Sau! So etwas hatte ich ja noch nie gehört. Was findet die Frau bloss an dem Kerl? weiter lesen…

Jaja, ich weiss: Ich bin böse. Aber manchmal sind wirklich die Kunden schuld daran! Alte Damen zum Beispiel. Nicht dass ich etwas gegen solche hätte; das sind gute, treue Kunden. Aber eben: Manchmal auch unheimlich belehrend. Und genau das mag ich nicht.

Wenn mir nun also eine Vorantike einen Joghurtbecher unter die Nase hält und mich mit den Worten: „Der ist verfallen!“ begrüsst, so ist dies kein guter Einstieg.

Sie können sich vorstellen, wenn ich es so schreibe, dann könnte es so geschehen sein … Ich sah mir den Becher genau an. Verkaufsdatum von Heute, Verbrauchsdatum in drei Tagen.

„Meine Liebe,“ begann ich freundlich, „wissen Sie, welcher Tag heute ist?“ Sie nannte mir das Datum. „Genau. Das heisst, dass dieser Joghurt bis heute verkauft werden darf und die nächsten drei Tage garantiert noch geniessbar ist!“ „Ich bezahle sicher nicht den vollen Preis, für einen Joghurt, welcher heute verfällt!“

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