Interesse
Dass ich mich für viele Dinge nicht interessiere, hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun! Viel mehr habe ich gelernt, zu Unterscheiden, was wichtig und was unwichtig ist!
Bahnhofdeutsch–die Zweite
Viel hat sich nicht verändert in den letzten Jahren an den Bahnhöfen. Etwas, was mir persönlich am Herzen liegt allerdings schon: Heute gibt es sogar richtig guten Kaffee! Und dies nicht nur zufällig, sondern an mehreren Verkaufsständen.
Der Kaffee im Becher heiß und kräftig, die Preise gesalzen, die Szenen süß und manchmal bitter. So, wie vorhin gerade erlebt.
An meinem bevorzugten Verkaufsstand bediente ein junger Mann, welchen ich westasiatischer Herkunft bezeichnen würde. Seine Mimik erinnerte mehr an einen Eisbären – es gab keine. Ohne die geringste Gesichtszuckung reichte er mir den bestellten Kaffee. Anders beim Kunden nach mir. Nicht, dass sich der Gesichtsausdruck geändert hätte. Aber er sprach.
Und zum Frühstück gibt es Suppe
Rauchschwaden verlassen den Herd, Unheil verkündend. Noch kocht das Wasser nicht, noch ist der Walgesang nicht verstummt. Hätte das Wesen Flügel, so würde man es wohl Vogel nennen und nicht Säugetier – wie diesen Fisch, der vor mir auf dem Tisch liegt und in keiner Weise in den Kochtopf passen will. Unvollkommen wird die Fischsuppe sein, wenn ich den Wal nicht in die Pfanne bringe. Allerdings: auch wenn ich es schaffe, so wird es wohl biologisch gesehen keine Fischsuppe werden.
Dieser Text entstand als Schreibaufgabe unter Verwendung der vorgegebenen Worte:
Flügel
Unvollkommen
Walgesang
Rauchschwaden
Wasser
Das perfekte Verbrechen
“Und immer, wenn ich Krimis schreiben will, fällt mir nichts mehr ein!” Das war die lausigste Ausrede, die ich jemals gehört hatte! Es ist doch gar nicht schwer; ein bisschen Fantasie genügt!
Und so kam es, dass ich mich an meinen ersten eigenen Krimi setzte. Er trug den Titel: Frühlingssterben. Oder Frühlingserwachen. Oder: …
Hallo? War ich nun wirklich nicht mehr in der Lage, einen Titel für meinen Krimi zu finden? Sicher – es wäre wesentlich einfacher, wenn ich eine Geschichte hätte.
Aber die Geschichte war das zweite Problem.
Mein kurzes Leben
Ich erinnere mich an ein paar Dinge aus meinem Leben. Wie ich durch eine schmale Ritze gepresst das Licht der Welt erblickte. Danach wieder Dunkelheit. Die nächsten Erinnerungen sind von später. Ich wurde endlich gebraucht. Endlich gehörte ich zu den Großen. Ich durfte einen Bikini tragen. Von H&M. Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Ich war so stolz. Ich trug den Bikini aus dem Laden, quer durch die Stadt. Ich sagte kein Wort. Auch in der kurzen Pause im Café nicht. Ich lag einfach auf dem Stuhl und hörte zu. Ich genoss es, dabei zu sein. Wichtig zu sein. Zum ersten mal in meinem Leben.
Später, zu Hause angekommen, wurde mir der Bikini weggenommen. Und es wurde wieder Dunkel in meinem Leben. Keine Ahnung, wie lange ich in diesem Dämmerzustand reglos da lag.
Bis gestern.
Der See
Der See ist manchmal freundlich und fröhlich, manchmal aufgewühlt und bedrohlich. Er ist es nicht von sich aus, er wiederspiegelt lediglich seine Umgebung. Eigentlich ist es mit den Menschen nicht viel anders!
Ein guter Tag
Heute ist ein guter Tag! Naja, man soll bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben …
Jedenfalls hat er gut angefangen!
Urlaubsbedingt durfte ich ausschlafen und wurde durch ein helles Licht geweckt. Aus früheren Zeiten war mir dieser Anblick vertraut – damals nannten wir es Sonne!
Die Kaffeemaschine tat ihren Dienst heute ebenso zuverlässig, wie ich es mir in den kühnsten Träumen vorstellte und das Brot von Gestern war auch noch weich und genießbar.
So gestärkt konnte ich mich an die Nachrichten heranwagen. Read more…
Das Unrecht an Frau Holle
Langsam kann ich das Gejammer nicht mehr hören. Schnee hier, Frau Holle dort … Dabei tun wir der armen Frau unrecht! Die kann gar nichts dafür!
Wie ich auf die Idee komme? Ich habe die Geschichte noch einmal gelesen!
Frau Holle schüttelt die Bettdecken nicht selbst!
Nur wenn ein fleißiges Mädchen die Decken schüttelt bis die Federn fliegen, schneit es auf der Erde!
Und was lernen wir daraus?
Schickt eure fleißigen Töchter von Ende November bis Ende Januar zu Frau Holle – danach bitte nur noch die faulen …
Und überschüttet die fleißige Göre, die jetzt gerade dort ist endlich mit dem Gold und holt sie heim!
Vom Suchen und Finden
Immer wenn ich etwas suche, finde ich Dinge, die ich nicht vermisste. Dinge, von denen ich nicht mehr wusste, dass ich sie habe. Dinge, die ich vielleicht irgendwann noch brauchen kann. Falls ich mich dann noch erinnere, dass ich sie besitze. Und immer wenn ich so etwas suche, finde ich Dinge, die ich nicht vermisste. Dinge, von denen ich nicht mehr wusste, dass ich sie habe. Dinge, die ich vielleicht irgendwann noch brauchen kann. Falls ich mich dann noch erinnere, dass ich sie besitze. Und immer, wenn ich so etwas suche, finde ich Dinge, die ich nicht vermisste. Dinge, von denen ich nicht mehr wusste, dass ich sie habe. Dinge, die ich vielleicht irgendwann noch brauchen kann. Falls ich mich dann noch erinnere, dass ich sie besitze. Und immer, wenn ich so etwas suche, finde ich Dinge, die ich nicht vermisste …
Im Tankstellenshop
Gut, über Geschmack lässt sich bekanntlich bestens streiten. Aber dass man, respektive Frau sich in einen Mantel hüllt, der genau so aussieht, wie der Teppich im Kindergarten aus meiner Kindheit, hilft nicht, sie sympathisch erscheinen zu lassen.
Das wäre aber selbst für mich kein Problem gewesen. Naja, wer mich ein bisschen kennt, der weiß, dass ich sie kaum erwähnen würde, hätte sie nicht einen weiteren Fehler gemacht …
Feuerwehr
Gut, wenn die Feuerwehr das Martinshorn ausschaltet.
Schlecht, wenn es vor deiner Wohnung passiert.
Gut, wenn du kein Feuer siehst.
Schlecht, wenn die Feuerwehr auch noch sucht …
In Rente
Wie habe ich mich auf diesen Tag gefreut! Ich hatte längst alles vorbereitet. Der erste Tag in Rente. Nichts tun müssen, einfach in den Tag leben und sich die Zeit vertreiben. Ich habe mir sogar eine Tageszeitung bestellt!
Von nun an wollte ich jeden Morgen in den Laden gehen und mir frische Brötchen holen. Am Briefkasten vorbei mit der Zeitung in die Wohnung und dann ausgiebig Frühstücken. Im Sommer auf dem Balkon, im Winter am Esstisch. Gemütlich die Zeitung lesen und dem Treiben vor dem Haus zuschauen. Und dann, vielleicht einen Spaziergang am See, Mittagessen mit Freunden und am Nachmittag mit dem Zug in die Stadt und dort den Leuten zuschauen. So wenigstens war der Plan.
Beziehung
Die Sache mit der Beziehung ist eigentlich ganz simpel – bis eine zweite Person ins Spiel kommt!
Philosophie
Bei aller Liebe zur Philosopie: Gar oft sind Dinge, die nach Scheisse riechen, nichts anderes!
Frösche küssen
Die Ursache, dass aus den Fröschen die du küsst keine Prinzen werden, könnte sein, dass du keine Prinzessin bist!
Selbstversuch: Herzogin
Eigentlich ist die Aufgabe einfacher als je zuvor. Bilde einen Text mit den Worten: Lebenszeichen, blau, Sancerre, Herzogin und Farce. Naheliegend, dass die Herzogin blau vom Sancerre ist und man darauf wartet, dass sie ein Lebenszeichen von sich gibt. Und sie ihre Farce(1) hergibt. Was die ganze Geschichte zur Farce(2) macht. Oder zu einer Farce(3).
Ich ging die Sache diesmal etwas anders an. Als Selbstversuch. Die Fragestellung: Wie viele Gläser Sancerre brauche ich, um mich als Herzogin zu fühlen?
Ich bestellte mir zu diesem Zweck ein gebrauchtes Brautkleid in die Wohnung. Und ein paar Kisten des französischen Weißweines.
Ich betrachtete das Kleid lange. Für mich als Mann ist es eher ungewohnt, Frauenkleider zu tragen. Nun, das Projekt sah ja auch vor, herauszufinden, wie viel Wein es braucht. Ich sage euch schon hier: Ich brauchte 2 ganze Flaschen Sancerre, bis ich es lustig fand, das Brautkleid anzuziehen.
In der Altpapiersammlung fand ich eine Papierkrone welche ich aufsetzte, während ich die dritte Weinflasche leerte. Oder fünfte.
Und dann … Read more…
Stoffwechsel
Von Zeit zu Zeit macht man sich Gedanken über belanglose Dinge wie „Mein Leben und ich“ oder „Ich muss mich verändern, ich weiss auch wie und was, aber ich mag nicht“. Und auch wenn man sich keine Neujahrsvorsätze nimmt, so erinnert jeder Sonnenstrahl daran, dass irgendwann die Zeit der dicken Pullis vorbei sein wird. Und der Blick in den Spiegel weckt die Sehnsucht nach einem unendlichen Winter. Diese Sehnsucht verfliegt bei mir allerdings sehr schnell. Spätestens beim Öffnen der Fenster zwecks Raumluftauffrischung.
Es führt kein Weg daran vorbei: Der Winterspeck muss weg!
Der Zeitpunkt ist ideal; die Zeitschriften sind voll mit Diäten und Gewichtsreduktionsprogrammen.
Eigentlich ist mir bewusst, dass eine Diät alleine nichts bringt. Aber die sportliche Betätigung … naja, wenn ich jedes mal 100 Kalorien verlieren würde, wenn ich denke, ich sollte jetzt ins Fitnesscenter, dann wäre ich wohl unterernährt.
Dieses mal aber packe ich es! Versprochen!
Gut, dieses mal ist jetzt schon einen Monat her … aber immerhin habe ich bereits mehrere Dutzend Zeitschriften gelesen.
Wenn man etwas realisieren will, muss man einen Plan haben. Schriftlich und detailiert. Deshalb habe ich mich darangesetzt und die Rahmenbedingungen festgelegt. Read more…
Das Problem im Schweizer Skisport einfach erklärt
Eine Skisportnation sind wir Schweizer ja seit dieser Saison definitiv nicht mehr. Heute freuen wir uns schon, wenn wenigstens ein Fahrer sich für den zweiten Lauf qualifiziert.
Viele Leute zerbrechen sich den Kopf darüber und suchen nach Lösungen. Ich kenne die Lösung!
Vor einer Problemlösung kommt logischerweise die Suche nach der Ursache.
Liebe Funktionäre und Trainer, seht ihr es denn nicht?
Wo stehen unsere Skiteams heute? Am tiefsten Punkt. Talsohle. Oder wie man es auch immer nennen will. Und wie geht es von da weiter? Logisch: Es kann nur aufwärts gehen!
Merken sie etwas? Aufwärts gleiten die Ski viel langsamer als abwärts! Kein Wunder sind die anderen alle schneller! Ich wäre dafür, endlich wieder abwärts zu fahren!
Hilfsbereit
Manchmal sind die Menschen wirklich kompliziert! Dabei ist es so einfach: Wenn man einander nur ein wenig hilft, geht doch alles einfacher.
Neulich am Bahnhof eine Szene, wie man sie wohl täglich beobachten kann. Die Zugtüren öffnen sich und einige Leute versuchen einzusteigen. Müssen aber warten, logisch, bis die Menschen, die den Zug verlassen wollen, dies auch wirklich getan haben. Wie immer in den Stosszeiten, deshalb nennt man sie auch so, konnten die Ersten mit einsteigen nicht warten, bis die ersten Aussteiger den Wagen verlassen hatten. Das ganze Prozedere wurde erschwert durch die Anwesenheit von solchen, die weder ein- noch aussteigen wollten. Die sich lediglich den einfältigsten Platz zum Reisen ausgesucht hatten. Und als wäre dies nicht umständlich genug, hatte es eine vierte Gruppe in dem Zugvorraum: Kinderwagen und herrenlose Gepäckstücke.
Die Hilfsbereitschaft einiger Leute ist beeindruckend. In diesem Moment war es eine kleine alte Frau, welche beherzt zugriff. Sie schnappte sich die Vorderräder des erstbesten Kinderwagens und zerrte ihn, so gut sie es mit ihrer geringen Körpergrösse eben konnte, in Richtung Ausgang. Die Frau am anderen Ende des Kinderwagens zerrte und schob ebenfalls. Aus sie war von zierlicher Statur. Asiatin. Und sie versuchte der Helferin an der Vorderseite ihres Kindertransportgerätes etwas zu sagen. Dieser schien das Gesprochene unverständlich – mir übrigens auch. Jedenfalls mühten sich die beiden Frauen mit dem Kinderwagen weiter ab.
Es war kein Zuschauen! Ich beschloss, zu helfen. Read more…
Zum neuen Jahr
Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder, ich schaue zurück oder nach vorn. Ich lasse die Vergangenheit noch einmal Revue passieren. Oft weiss ich nicht einmal mehr, ob es wirklich im vergangenen Jahr stattgefunden hat oder schon viel früher. Ich weiss, ob mir die Ereignisse gefallen haben, ob sie mir gut getan haben. Aber was sie mir für die Zukunft nützen, weiss ich nicht. Ich kann in die Zukunft schauen, mir Gedanken machen, was passieren könnte. Welche Ereignisse kommen werden. Vielleicht. Wenn nichts dazwischen kommt.
Wir können die Vergangenheit nicht verändern, wir können nur daraus lernen und uns beeinflussen lassen in künftigen Entscheidungen. Ob diese dadurch besser werden, wird wohl auch erst die weitere Zukunft zeigen.
Ich könnte mir aber auch Sorgen machen über die Zukunft. Oder die Vergangenheit bereuen. Beides ist leider sinnlos! Ich lebe im hier und jetzt. Ich wurde aus der Vergangenheit zu dem, der ich heute bin und in Zukunft sein werde.
Deshalb lasse ich die guten Vorsätze für das neue Jahr gleich bleiben und freue mich ganz einfach auf die Dinge, die da kommen werden.
Ich wünsche dir ein glückliches, neues Jahr!


